24.06.2005
Herausgeber: netzeitung.de
War es sein Gehirn in 'Bild'? Gregor Gysi.
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
«Bild» hat rechtliche Schritte gegen den Arzt von PDS-Politiker Gysi eingeleitet. Es geht um die Frage, ob Fotos das Hirn Gysis zeigen - oder nicht.
Im Streit um die Veröffentlichung von Aufnahmen in «Bild», die das Gehirn des PDS-Politikers Gregor Gysi zeigen sollen, hat das Blatt rechtliche Schritte gegen dessen Arzt eingeleitet. Die Aussage des Berliner Neurochirurgen Siegfried Vogel, er habe «Bild»-Reportern zu keiner Zeit Material aus Gysis Krankenakte gezeigt, sei unwahr, ließ das Blatt am Freitag mitteilen.
«Bild» habe eine Unterlassungserklärung sowie einen Widerruf von Vogel gefordert. Außerdem prüfe sie eine Strafanzeige. Der Arzt war nach Angaben seines Sekretariats im Sankt Gertrauden Krankenhaus am Freitag wegen seines Urlaubs im Ausland nicht zu erreichen.
«Bild» hatte am 14. Juni angebliche Fotos aus Gysis Krankenakte veröffentlicht. Der PDS-Politiker hatte daraufhin rechtliche Schritte wegen Einmischung in die Privatsphäre gegen das Blatt angekündigt. Computertomographische Aufnahmen seines Gehirns seien ohne sein Einverständnis erschienen.
Namentlich gekennzeichnete AkteVogel hatte daraufhin gesagt, die Aufnahmen zeigten nicht Gysis Gehirn, sondern das eines anderen Menschen. Laut «Bild», hatte Vogel aber einer Reporterin und einen Fotografen am 12. Juni 2005 im Berliner Sankt Gertrauden Krankenhaus bei einem Gespräch über die Gehirnoperation von Gysi Röntgenbilder aus einer namentlich gekennzeichneten Akte gezeigt.
Die Aufnahmen hätten die Pflichtangaben nach Röntgenverordnung getragen und seien damit eindeutig Gysi zuzuordnen. Vogel habe diese Bilder erläutert. Dabei habe er auch ausdrücklich auf den von ihm eingesetzten Titan-Clip hingewiesen, mit dem er das Aneurysma von Gysi abgeklemmt habe.
Mit Einwilligung fotografiertDas Gespräch sei mit Vogels Einwilligung fotografisch dokumentiert worden. Die Aufnahmen belegten eindeutig, dass er den Reportern Aufnahmen von Gysi zeigte. Zum genauen Verlauf des Interviews gebe es zwei eidesstattliche Erklärungen.
Der PDS-Politiker war im November 2004 operiert worden. Vogel hatte damals eine lebensgefährliche Blutgefäß-Ausbuchtung (Aneurysma) im Gehirn beseitigt. (nz)