10. Jun 2005 15:48
Für Radio Bremen bleibt die wegen Schleichwerbung in die Kritik geratene Bavaria eine seriöse Produktionsfirma. Die Verantwortlichen planen die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens.
Das geplante Gemeinschaftsunternehmen werde zu 51 Prozent von der Bavaria und zu 49 Prozent vom Sender getragen, hieß es, doch müssten alle Beschlüsse von den Gesellschaftern gemeinsam gefasst werden. Radio Bremen werde alle bisherigen Herstellungsbereiche (Hörfunk- und Fernsehproduktion sowie -Technik) ausgliedern und in die so genannte Dienstleistungsgesellschaft überführen. Davon seien 150 Mitarbeiter und damit fast ein Drittel der Belegschaft betroffen, berichtet der Nachrichtendienst epd.In der Aussprache des RB-Rundfunkrats zur Bavaria-Kooperation spielte laut epd auch die aktuelle Schleichwerbeaffäre eine Rolle. Wie aus der Sitzung verlautete, habe Rundfunkratsmitglied Bernd Neumann (CDU) die öffentlich gewordenen Praktiken verurteilt. Die Verantwortlichen müssten befragt werden, so Neumann. Gleichwohl bleibe die Bavaria insgesamt eine seriöse Firma, mit der man gerne zusammenarbeiten werde. Ähnlich äußerte sich den Angaben zufolge auch Intendant Glässgen.
Die Bavaria Film ist mit knapp 265 Millionen Umsatz nach Ufa und Studio Hamburg der drittgrößte Produktionskonzern Deutschlands und mehrheitlich in Besitz der Rundfunkanstalten WDR, SWR, MDR und BR. Einem epd-Bericht zufolge hatte sich das Unternehmen mit Schleichwerbung in Produktionen für die ARD unzulässige Nebeneinnahmen verschafft. (nz)