netzeitung.de«Stern» will Belgien verklagen

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Hans-Martin Tillack (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Hans-Martin Tillack
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Mehrere Klagen des ehemaligen «Stern»-Korrespondenten Tillack wegen der Razzia in seinen Brüsseler Räumen wurden abgewiesen. Nun will das Magazin vor das EU-Gericht für Menschenrechte ziehen.

Rund ein Jahr nach der Razzia der belgischen Polizei gegen den ehemaligen Brüssel-Korrespondenten Hans-Martin Tillack will das Magazin «Stern» das Land Belgien vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verklagen. «Wir wollen mit der Klage feststellen lassen, ob in Europa und damit auch in Brüssel journalistische Grundsätze wie der Quellenschutz grundsätzlich unantastbar sind», sagte «Stern»-Chefredakteur Thomas Osterkorn der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (FAZ).

Bis Ende Mai muss die Klage laut «FAZ» in Brüssel eingereicht sein. Ein «Stern»-Sprecher bestätigte am Donnerstagabend den «FAZ»-Bericht.

Die belgische Polizei hatte im Auftrag der EU-Betrugsbekämpfungsbehörde OLAF am 19. März 2004 die Wohnung und das Büro von Tillack durchsucht und dabei Unterlagen beschlagnahmt. Die OLAF-Behörde verdächtigte Tillack, der mit Bezug auf interne Quellen über Missmanagement bei der EU geschrieben hatte, er sei durch Korruption an die fraglichen Unterlagen gelangt. Bestätigt wurde der Verdacht nie.

«Wir sind optimistisch»
Mehrere Klagen des Journalisten gegen das Vorgehen der belgischen Polizei scheiterten in allen bisherigen Instanzen. Eine Klage beim EU-Gerichtshof in Luxemburg gegen die EU-Kommission wurde ebenfalls abgewiesen.

Tillack hoffe nun, dass die Beschwerde des «Stern» die Hintergründe der Durchsuchung ein wenig klarer werden lässt. «Wir sind optimistisch, dass wir in Straßburg Erfolg haben. Der Menschengerichtshof ist dafür bekannt, journalistenfreundlich zu handeln», sagte er der «FAZ». Bisher sei ihm jede Einsicht in seine Untersuchungsakte verwehrt geblieben. (nz)