netzeitung.de«Harald Schmidt» gibt Hitler

 Herausgeber: netzeitung.de

Harald Schmidt als Hitler (Foto: WDR/Görgen<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Harald Schmidt als Hitler
Foto: WDR/Görgen
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In seiner 10. ARD-Sendung war der Entertainer grandios. Auch sonst kann Harald Schmidt mit sich zufrieden sein.

Am gestrigen Donnerstag lief die zehnte Folge von «Harald Schmidt» in der ARD. Mit seiner Hilfsaktion für den verschuldeten BVB (Motto: Russen helfen Borussen) und einem Seitenhieb aufs Personalroulette beim «Unterschichtenfernsehen» («Ist denn nicht Günther Jauch Chef von RTL?») startete die Show gut.

Zu wahrer Höchstform lief Schmidt jedoch als Adolf Hitler auf. Der Führer selbst müsse vor dem Rechtsradikalismus warnen, er besitze in diesem Thema die höchste Kompetenz. Dies sei wie Beckenbauers Fußballkommentare - die letzte Instanz.
Schneegestöber und Windmaschine
Schmidt gab dann einen brillanten Sketch vor dunklem Hintergrund, Schneegestöber und Windmaschine. Mit aufgeklebtem Hitler-Bärtchen, hochgezogenem Mantelkragen und tief sitzender Kappe warnte er als Führer: Sein Beispiel habe gezeigt, wozu das Nazitum führe. Der Führer in Schmidt sagte, man solle sich den Film «Der Untergang» ansehen, Bruno Ganz wäre in manchem überzeugender als er selbst.

Die Szene dauerte nur wenige Sekunden. Schmidt wurde nie peinlich, im Gegenteil: Diese Art des schwarzen Humors enthält soviel Wahrheit, dass die Feuilletons jetzt eigentlich wieder wochenlang Schreibstoff haben müßten.

Werte deutlich übertroffen
1,83 Millionen schalteten am Donnerstagabend ein, der Marktanteil lag bei 12 Prozent. Ein Schnitt, mit dem der Sender auch sonst zufrieden sein kann. Durchschnittlich 1,96 Millionen Zuschauer sahen die ersten Folgen, die seit dem 19. Januar zwei Mal wöchentlich um 23:00 Uhr zu sehen sind. Der Marktanteil der Show lag bisher bei 12,7 Prozent.

Angenehmer Nebeneffekt: Mit den Schmidt-Fans kann der Sender auch noch seinen Altersdurchschnitt bei den Zuschauern aufpolieren. Fünfzig Prozent der Schmidt-Fans sind unter fünfzig Jahre alt, ließ die ARD stolz mitteilen. Alle Werten liegen deutlich über denen, die sowohl der Sender als auch Schmidt selbst zuvor in Interviews als Ziel ausgegeben hatten. Damals hieß es, eine Million Zuschauer sei genug. (nz)