20.11.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Die finanziell angeschlagene Jüdische Zeitung «Aufbau» ist gerettet. Ein Schweizer Verlag übernimmt die Emigrantenzeitung.
Die jüdische Traditionszeitung «Aufbau» hat wieder eine Zukunft: Die Jüdische Medien AG (JMAG) in Zürich übernimmt die Verlagsrechte der 1934 in New York gegründeten deutschsprachigen Emigrantenzeitung. Das berichtet der «Aufbau» in seiner Online-Ausgabe.
Neben dem jüdischen Wochenmagazin «Tachles» werde der Schweizer Verlag den «Aufbau» ab Januar 2005 als neu konzipiertes Monatsmagazin weiterführen, hieß s.
Politisch liberaler JournalismusDer «Aufbau» ist seit M‰rz 2004 nicht mehr erschienen und stand vor dem Konkurs. Die Jüdische Medien AG habe die Verlagsrechte mit der Absicht gekauft, «die Zeitung in neuer Form weiter zu führen», heißt es laut «Aufbau».
Den Angaben zufolge will der Zürcher Verlag an die Tradition des «Aufbaus» eines «politisch liberalen Journalismus» anknüpfen. Zu den Autoren gehörten einst Thomas Mann, Albert Einstein und Hannah Arendt.
Weltweites KorrespondentennetzDie Redaktion der JMAG verfügt laut eigenen Angaben über ein weltweites Korrespondentennetz und «renommierte» Autoren. Als künftiges Monatsmagazin werde der «Aufbau» sich mit Themen und Entwicklungen der jüdischen Welt, in Kultur, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft beschäftigen. Er bilde eine publizistische Ergänzung des jüdischen Wochenmagazins «Tachles», hieß es.
Die Stammredaktion der JMAG unter Chefredakteur Yves Kugelmann bleibe in Zürich. Andreas Mink, bisheriger «Aufbau»-Chefredakteur, werde für die Amerika-Redaktion verantwortlich sein. Daneben unterhalte die Redaktion Büros in Jerusalem und Berlin.
Die JM Jüdische Medien AG gehört je zur Hälfte den Verlagen Basler Zeitung Medien und Zürcher Serenada Verlag AG. Neben «Tachles» führt die JMAG das französischsprachige Monatsmagazin «Revue Juive». (nz)