Zypries: Caroline-Urteil ist nicht das Ende der Pressefreiheit
03.09.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Auch gehe es in dem Urteil nicht um Politiker, so Zypries: «Es behindert deshalb auch keinen Journalisten, der Ämtermissbrauch oder Ähnlichem auf der Spur ist». Kritische Berichterstattung über Politker sei nach wie vor möglich.
Das «Caroline-Urteil» besagt, dass Fotos aus dem Privatleben der Prominenten nur mehr mit deren Einverständnis veröffentlicht werden dürfen. Verlegerverbände und eine Initiative von Chefredakteuren kritisierten das Urteil und verlangten, dass die Bundesregierung Einspruch gegen die Entscheidung Menschengerichtshofes erhebt. Die Bundesregierung ist dieser Forderung, entgegen der Empfehlung der Justizministerin, nicht nachgekommen.
Auch die Befürchtung, dass es in Zukunft nur mehr vorabgenehmigte Hochglanzfotos von Prominenten gebe, teilt Zypries nicht. Schon vor dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes hätten Prominente Anspruch auf den Schutz ihrer Privatsphäre außerhalb ihrer eigenen vier Wände gehabt. «Nämlich dann, wenn der Prominente sich an einen abgeschieden Ort zurückzieht, und für jedermann erkennbar ist, dass er allein sein möchte», so Zypries. (nz)

