30. Jul 2004 11:53
Hubert Burda hält die Krise der Tageszeitungen für strukturell und sieht im Internet das beste Medium der Zukunft.
Für den Verleger Hubert Burda ist die Krise der Tageszeitungen mitnichten ausgestanden. In einem Interview mit dem Magazin «Cicero» sagte Burda zum Thema Zeitungsneugründungen: «Also wenn heute noch einer eine neue Zeitung macht, dann ist er selber schuld. Die Zeitungen haben genügend zu tun, um überhaupt zu überleben.» Burda sieht mehr als eine «hoffentlich vorübergehende Konjunkturkrise»: «Das Rubrikengeschäft der Kleinanzeigen bricht den Zeitungen weg, und das ist ihre Hauptfinanzierungsquelle. Dieses Geschäft wandert ins Internet. Viele Zeitungen erzielen 70 Prozent ihrer Erlöse aus Rubrikenanzeigen. Der Strukturbruch ist also tödlich.»
Dennoch würde er im heutigen Medienumfeld auch nichts ins Fernsehen investieren, sondern «eher ins Ausland und ins Internet». Das Fernsehen habe «seine goldene Zeit vielleicht schon hinter sich»: «Werbe-strategisch hat das Fernsehen das Problem des Streuverlustes für die Werbekundschaft.»
Gerade für die Werbewirtschaft sieht Burda die beste Lösung im Internet: «Das Internet bietet zielsicherere Möglichkeiten, Käufergruppen zu erreichen.»
Für Burda ist das «Internet der lebende Beweis für den 'Iconic Turn'. Es vereint Text und Bewegtbild zu völlig neuen Medienformen.» (nz)