Gerd Rosenkranz verlässt den «Spiegel»
23.07.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Rosenkranz sagt zu seinem Weggang aus der «Spiegel»-Redaktion, in deren Berliner Büro er gearbeitet hat, nichts: «Das kommentiert sich selbst», meinte er im Gespräch mit der Netzeitung.
Demnach hatte Rosenkranz mit anderen «Spiegel»-Leuten gemeinsam ein Stück über die energiepolitischen Folgen der Ölpreis-Erhöhung durch Anschläge in Irak und in Saudi-Arabien geschrieben. Es sei als Aufmacher der Politikstrecke im «Spiegel» vom 7. Juni vorgesehen gewesen, heißt es.
Als Aust den Artikel zu sehen bekam, musste am Freitagabend vor Erscheinen noch einiges im weitgehend fertigen Heft umgebaut werden. Passagen, die in den Augen des Chefredakteurs zu aufgeschlossen gegenüber Erneuerbaren Energien gewirkt hätten, seien gestrichen, der Artikel umredigiert, auf zwei Seiten gekürzt und im Heft nach hinten verschoben worden, heißt es. In das Loch in der Blattstruktur sei ein Stück gehoben worden, das schon wochenlang im Stehsatz gelegen hatte. Die unpässlichen Passagen in dem Artikel wurden, wie es «Spiegel»-intern heißt, allesamt Rosenkranz angelastet, der daraufhin um das entscheidende Personalgespräch ersucht haben soll.
Aust hat sich dazu auf Anfrage der Netzeitung nicht geäußert.

