netzeitung.deDaimlerChrysler könnte von Mitsubishi Geld für Fuso zurückverlangen

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So richtig glücklich wird DaimlerChrysler mit der japanischen Lkw-Tochter Fuso nicht: Der Konzern erwägt, Geld vom Voreigner und Partner Mitsubishi Motors zurückzufordern.

Der Autokonzern DaimlerChrysler
könnte vom japanischen Partner Mitsubishi Motors Corporation (MMC) einen Teil des Kaufpreises für die Übernahme der Mehrheit bei dem gemeinsam gehaltenen Lkw-Hersteller Fuso zurückverlangen. Das deutete das Unternehmen am Mittwoch in Tokio an, nachdem Fuso eine weitere Liste mit Mängeln an den eigenen Lkws vorgelegt hatte. Demnach wurden 93 weitere Mängel in Fuso-Lkw entdeckt, die bis zum Jahr 1992 zurückreichen.

DaimlerChrysler hatte im März mit 65 Prozent die Mehrheit bei Fuso erworben und berief sich bei den Rückforderungen auf entsprechende Klauseln im Kaufvertrag. Der Voreigner MMC blieb mit 20 Prozent am Unternehmen beteiligt.

Lkws müssten in die Werkstatt
Fuso hatte im vergangenen Monat für einen Skandal gesorgt, als Manager des Unternehmens eingestehen mussten, Untersuchungsunterlagen zu Mängeln gefälscht zu haben, die zu Unfällen auch mit Todesfolge geführt hatten. Am Dienstag teilte Fuso mit, unter den 93 neu entdeckten Mängeln sei «eine Anzahl» gewesen, die eigentlich einen Rückruf der Lkws in die Werkstätten hätte nach sich ziehen müssen. Derzeit werde noch ermittelt, wie viele Lastwagen nach den jüngsten Ergebnisse tatsächlich in die Werkstätten müssten.

Kurz nach der Fuso-Mehrheitsübernahme kündigte DaimlerChrysler an, nicht an der bevorstehenden Kapitalerhöhung bei MMC teilzuhaben. Der Autohersteller steckt unter anderem wegen Absatzschwierigkeiten in den USA, die von angeblichen Qualitätsprobleme herrühren, in der Krise. Der deutsch-amerikanische Konzern schloss zugleich weitere finanzielle Unterstützung für die mit gut einer Billiarde Yen (gut 7,4 Milliarden Euro) verschuldete MMC kategorisch aus.

Auch wenn der Anteil von DaimlerChrysler am japanischen Hersteller durch die Ausgabe neuer Aktien von 37 auf 22 bis 23 Prozent fallen wird, sollen bestehende Partnerschaften fortgeführt werden.

MMC gibt neuen Aktien aus
Unterdessen teilte MMC in Tokio mit, die am 21. Mai angekündigte Kapitalerhöhung um 295 Milliarden Yen durchgeführt zu haben. Demnach gehen neue Vorzugsaktien nicht an DaimlerChrysler, aber an viele Teile der Mitsubishi-Unternehmensgruppe.

Allein die Konzernteile Mitsubishi Heavy Industries, Mitsubishi Corporation und The Bank of Tokyo Mitsubishi erhielten neue Papiere im Wert von jeweils 40 Milliarden Euro, hieß es weiter. Das Unternehmen werde die Erlöse zum Schuldenabbau einsetzen. (nz)