13. Jul 2004 14:57
Der Mediaset-Konzern des italienischen Regierungschefs Berlusconi wird durchsucht. Die Behörden ermitteln wegen Bilanzfälschung und Steuerbetrug.
Die Ermittlungen beziehen sich auf den An- und Verkauf von TV- und Filmrechten im Umfang von 470 Millionen Euro. Die fraglichen Geschäfte mit US-Firmen habe die Fininvest-Gruppe, deren Tochterfirma Mediaset ist, zwischen 1994 und 1996 über zwei Offshore-Unternehmen abgewickelt, hieß es.Die Staatsanwaltschaft verdächtigt den Berlusconi-Konzern, die Rechte zu einem überhöhten Preis von den Offshore-Firmen gekauft zu haben, um Geld am italienischen Fiskus vorbeizuführen und schwarze Kassen einzurichten.
Außer gegen Berlusconi und den Mediaset-Präsidenten Fedele Confalonieri wird auch gegen Berlusconis Kinder Pier Silvio und Marina ermittelt. Die Justiz interessiert sich zudem für den britischen Anwalt David Mills, einen Schweizer Bankier und zwei ehemalige Manager von Fininvest.
Alle Beschuldigten wiesen die Vorwürfe zurück. Die Verteidigung behauptet, dass die Offshore-Unternehmen nicht zu Fininvest gehören. (nz)