netzeitung.deFAS-Autor gibt Manipulation zu

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Eine angebliche Exklusiv-Reportage der FAS aus einem Palast von Fidel Castro ist als Fake entlarvt worden. Der Autor gibt nun selbst zu, dass die Geschichte nicht ganz stimmt.

Mit einem großen Scoop wollte die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» im vergangenen November ihre Leser beeindrucken. Ganz exklusiv habe der Feuilletonist Niklas Maak Zutritt zu einem Domizil von Kubas Staatschef Fidel Castro erhalten, hieß es. Bebildert war der Artikel mit Aufnahmen der amerikanischen Fotografin Taryn Simon aus dem «geheimsten Palast von Havanna«.

«Focus» enttarnte die Aktion im Februar als Bluff. Nun legten das Schweizer Magazin «Facts» und die «Taz» nach. Maak habe inzwischen zugegeben, nie in Kuba gewesen zu sein, heißt es.

Fotos nicht exklusiv
Nach Recherchen von «Focus» handelt es sich bei dem angeblichen Geheimpalast um den Sitz des kubanischen Staatsrats, in dem ausländische Staatsgäste ein- und ausgehen. Im übrigen war das Gebäude bereits vor der Machtübernahme Castros, nämlich unter Diktator Batista, errichtet worden.

«Facts» berichtet zudem, dass der deutsche Fotograf Sven Creutzman von der Agentur Zeitenspiegel, der seit 15 Jahren in Havanna arbeitet, bereits zahlreiche Aufnahmen von dem Staatsrats-Gebäude gemacht habe.

Die «FAS» hatte dagegen behauptet, dass Simon als erste den Palast fotografieren durfte. «Diese Unterzeile war so nicht richtig», räumte Maak nun gegenüber der «Taz» ein. Ein Vergleich mit «virtuellen Reportagen» sei jedoch «völlig überzogen», meinte er. Es handele sich um «ästhetisch beeindruckende Fotos», auf denen Castro so zu sehen sei, wie man ihn nicht kenne. (nz)