netzeitung.de«Daily Mirror» nennt Naomi Campbell Lügnerin

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Naomi Campbell (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Naomi Campbell
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Ein Gericht sieht es als erwiesen an, dass der «Daily Mirror» die Privatsphäre von Topmodel Naomi Campbell verletzt hat. Der Chefredakteur des Boulevardblattes reagierte äußerst ungehalten.

Ein Bericht der britischen Boulevardzeitung «Daily Mirror» über die angebliche Drogensucht von Naomi Campbell hat die Privatsphäre des Topmodels verletzt. Das entschieden am Donnerstag die Lordrichter, die oberste Rechtsinstanz im Vereinigten Königreich, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet.

Mit drei zu zwei Stimmen hoben die Richter die Entscheidung eines Berufungsgerichts aus dem Oktober 2002 auf, das nichts gegen den «Mirror»-Bericht einzuwenden hatte. Die Richter erklärten damals, der Bericht sei durch öffentliches Interesse gerechtfertigt. Das Model war daraufhin zur Zahlung der Gerichtskosten in Höhe von zirka 350.000 Pfund (rund 520.000 Euro) verurteilt worden. Das Blatt muss nun diese Summe sowie weitere Gerichtskosten und Schadensersatz - insgesamt also eine Million Pfund (1,5 Millionen Euro) - selbst zahlen.

Drogenabhängigkeit
Der «Daily Mirror» hatte vor drei Jahren im Detail über die Entzugstherapie von Naomi Campbell berichtet. Zudem veröffentlichte das Blatt damals ein Foto, worauf das Model beim Verlassen eines Treffens der Anonymen Drogenabhängigen zu sehen war.

Die Lordrichter begründeten ihr Urteil damit, dass eine Einmischung in die Privatsphäre von Menschen, die sich von ihrer Drogenabhängigkeit lösen wollten, großen Schaden anrichten kann. Der Anwalt des Models begrüßte den Ausgang des Verfahrens. «Miss Campbell freut sich über das heutige Urteil», sagte er AP.

Stimmungsaufheller
Der Chefredakteur des «Daily-Mirror» reagierte dagegen ungehalten. Piers Morgan sagte: «Dies ist ein sehr guter Tag für Primadonnas, die lügen und Drogen nehmen». Campbell hatte vor der Presse immer wieder betont, dass sie keine Stimmungsaufheller oder Beruhigungsmittel nehme. Später gab sie zu, dass sie ein Drogenproblem hatte und die Medien in die Irre zu führen versuchte. (nz)