netzeitung.deCDU greift «Frankfurter Rundschau» an

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Die «Frankfurter Rundschau» sei nach der Übernahme durch die DDVG nicht mehr unabhängig, meinen hessische Christdemokraten und fordern sie auf, sich nicht mehr so zu bezeichnen.

Vor einer «bewussten Täuschung» möchte die hessische CDU die Leser der «Frankfurter Rundschau» bewahren. Sie solle den Schriftzug «Unabhängige Tageszeitung» von ihrem Titel nehmen, fordert der CDU-Medienpolitiker Volker Hoff. Nach dem Einstieg der SPD-Medienholding DDVG sei die «FR» nicht mehr unabhängig: «Wo SPD drin ist, muss auch SPD drauf stehen.»

Die FR hatte nach dem Vertragsschluss mit der DDVG, die 90 Prozent übernommen hat, ihre Leser auf ihrer zweiten Seite ausführlich darüber informiert. Auch nach Ansicht von Medienwissenschaftlern gibt es keinen Hinweis darauf, dass die Holding in die Medien, an denen sie beteiligt ist, inhaltlich hineinregiert.

Die CDU-Mehrheit im hessischen Landtag will durchsetzen, dass Zeitungen, an denen politische Parteien beteiligt sind, künftig gekennzeichnet werden. Die Opposition im hessischen Landtag, SPD und Grüne, fordern im Gegenzug, dass Zeitungen grundsätzlich ihre Gesellschaftsverhältnisse aufdecken.

Christdemokraten und eher konservativ ausgerichtete Medien stellen schon seit langem die Medienbeteiligungen der SPD in Frage, die sich aus der Tradition der sozialdemokratischen Parteiblätter entwickelt hat. Die DDVG hat den Grundsatz, sich niemals als Mehrheitsgesellschafter zu engagieren, bei der »FR« aufgegeben, weil sich ein anderer Investor kurzfristig nicht gefunden hatte und die Zeitung vor dem Konkurs gerettet werden musste. Sie beteuert, dass sie niemals publizistisch Einfluss nehme, was Chefredakteure von Zeitungen, an denen die Holding beteiligt ist, bestätigen.

Trotz geringerer Parteispenden verfügt die SPD über mehr Geld als die CDU, weil sie unternehmerisch tätig ist. (nz)