netzeitung.de"Stern"-Korrespondent beklagt Schikanen bei Festnahme

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Hans-Martin Tillack (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Hans-Martin Tillack
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Nach seiner Festnahme in Brüssel durfte «Stern»-Korrespondent Tillack mit niemandem Kontakt aufnehmen. In Burma gehe es Journalisten noch schlechter, sagte ihm die Polizei.

Wegen angeblicher Bestechung eines EU-Beamten ist der Brüsseler «Stern»-Korrespondent Hans-Martin Tillack rund zehn Stunden von der belgischen Polizei festgehalten und verhört worden. In einem Interview mit «Bild» beklagte er nun, dass ihm während der Festnahme jeglicher Kontakt nach außen verboten wurde. Noch nicht einmal mit seiner Frau habe er telefonieren können, sagte er.

Auf seine Beschwerde hin habe ihm ein Polizist gesagt: «Was wollen Sie denn, in Burma werden Journalisten noch viel schlechter behandelt.«

Fahnder hatten Tillack am Freitag in seiner Wohnung festgenommen. Bei der Durchsuchung beschlagnahmten sie Unterlagen, Handys und einen Computer.

Tillack: Bin unschuldig
Der Journalist weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe vehement zurück: «Ich bin doch nicht so verrückt, mich bei der Recherche zu Korruptionsfällen selbst der Korruption schuldig zu machen.»

In der «Taz» bezeichnete Tillack seine Festnahme als «wirklichen Schreck». Er habe nun «leichte Zweifel am Rechtsstaat», nicht nur in Bezug auf Belgien. «Dass ein ehemaliger deutscher Oberstaatsanwalt so etwas veranlasst, das trägt Züge einer Privatfehde», wird er von dem Blatt zitiert.

Tillack bezieht sich auf den Chef der EU-internen Ermittlungsbehörde OLAF, Franz-Hermann Brüner. Der verwahrte sich entschieden gegen die Anschuldigungen des Korrespondenten. «Da kann ich nur schrill lachen», sagte er. «So etwas Dummes habe ich noch selten gehört.» (nz)