netzeitung.deKanzler Schröder boykottiert «Bild»

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Schröder in der 'Bild' (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Schröder in der 'Bild'
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Kanzler Schröder wird «Bild» keine Interviews mehr geben, erklärte sein Sprecher. Dort würden nur «Häme, Hetze und Halbwahrheiten» gedruckt.

Schon seit einiger Zeit sieht sich Bundeskanzler Gerhard Schröder in einem Kampf mit dem Springer-Konzern. Dessen größte Zeitung «Bild» will er nun vollständig boykottieren. Es werde in Zukunft keine Zusammenarbeit mit der Zeitung mehr geben, sagte Regierungssprecher Béla Anda dem ARD-Magazin «Monitor».

«Der Bundeskanzler selbst hat seine Schlüsse daraus gezogen, aus der Art und Weise, wie er und seine Politik dargestellt wird, nämlich, dass es mit der »Bild«-Zeitung keine Interviews mehr geben wird», sagte Anda laut dem Magazin.

Schröder fühlt sich und seine Politik seit einiger Zeit in den Springer-Zeitungen schlecht dargestellt und sprach in diesem Zusammenhang auch schon von «Mobbing».

«Häme und Hetze»
«Die Art und Weise, wie hier der Politik der Bundesregierung begegnet wird, ist eine Mischung aus Häme, aus Hetze, aus Verächtlichmachung der Akteure, garniert mit Halbwahrheiten», sagte nun Anda. Es gäbe «nicht den Hauch einer Chance auf eine faire und adäquate Berichterstattung, weder über die Akteure selbst noch über den Reformprozess».

Vor kurzem erst hatte Schröder die gesamte SPD-Fraktion angewiesen, weniger mit «Bild» zu reden. Der designierte SPD-Chef Franz Müntefering jedoch erklärte anschließend, er werde der Zeitung auch weiter Interviews geben.

«Bild»-Chefredakteur Kai Diekmann hat bisher die Vorwürfe einer Kampagne zurückgewiesen. Zu den neuen Anschuldigungen sagte er: «Es wirft ein bezeichnendes Licht auf das handwerkliche Können im Presse- und Informationsamt, dass die selbst eingestandenen Vermittlungsprobleme der rot-grünen Koalition künftig mit Informationsverweigerung bekämpft werden sollen.»

Schröder scheint das anders zu sehen. Laut seinem Sprecher überlege man auch, «Bild»-Mitarbeiter künftig nicht mehr auf Auslandsreisen des Kanzlers mitzunehmen. Es sei «eine offene Frage, ob man da mitreisen wird können» wird Anda zitiert.

Vor einigen Jahren hatte Schröder noch erklärt, «Bild, BamS und Glotze» seien die wichtigsten Instrumente zum Regieren. (nz)