Kanzler Schröder boykottiert «Bild»
Schröder fühlt sich und seine Politik seit einiger Zeit in den Springer-Zeitungen schlecht dargestellt und sprach in diesem Zusammenhang auch schon von «Mobbing».
Vor kurzem erst hatte Schröder die gesamte SPD-Fraktion angewiesen, weniger mit «Bild» zu reden. Der designierte SPD-Chef Franz Müntefering jedoch erklärte anschließend, er werde der Zeitung auch weiter Interviews geben.
«Bild»-Chefredakteur Kai Diekmann hat bisher die Vorwürfe einer Kampagne zurückgewiesen. Zu den neuen Anschuldigungen sagte er: «Es wirft ein bezeichnendes Licht auf das handwerkliche Können im Presse- und Informationsamt, dass die selbst eingestandenen Vermittlungsprobleme der rot-grünen Koalition künftig mit Informationsverweigerung bekämpft werden sollen.»
Schröder scheint das anders zu sehen. Laut seinem Sprecher überlege man auch, «Bild»-Mitarbeiter künftig nicht mehr auf Auslandsreisen des Kanzlers mitzunehmen. Es sei «eine offene Frage, ob man da mitreisen wird können» wird Anda zitiert.
Vor einigen Jahren hatte Schröder noch erklärt, «Bild, BamS und Glotze» seien die wichtigsten Instrumente zum Regieren. (nz)

