netzeitung.deBBC-Intendant Dyke tritt zurück

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Nach dem Vorstands-Vorsitzenden ist nun auch der Intendant der BBC wegen der Kelly-Affäre zurückgetreten. Einer der beiden Nachfolger steht bereits fest.

Der Intendant des britischen Rundfunksenders BBC, Greg Dyke, ist zurückgetreten. Das teilte der Sender am Donnerstag in London mit.

Er verstehe seinen Rücktritt als Chance für einen Neuanfang für die BBC, sagte Dyke. Es müsse nun ein Schlussstrich unter die Kelly-Affäre gezogen werden. Dyke war seit 2000 Intendant des Senders. Am Mittwoch war bereits der Vorstands-Vorsitzende, Gavyn Davies, zurückgetreten. Sein Nachfolger wird nach Angaben des Senders Mark Byford.

Der Vorstand des britischen Senders hatte am Donnerstag über die Konsequenzen aus der scharfen Kritik der Hutton-Kommission an der Berichterstattung der BBC beraten. Lordrichter Hutton hatte dem Sender vorgeworfen, einen Bericht über den Umgang der Regierung mit Geheimdienstinformationen vor der Veröffentlichung nicht geprüft zu haben und dieses Versäumnis später nicht eingeräumt zu haben.

Der frühere UN-Waffeninspektor David Kelly, dem in dem Bericht Vorwürfe gegen die Regierung in den Mund gelegt worden waren, die er nie gemacht hatte, beging später Suizid.

Die Regierung hatte von der BBC eine Entschuldigung verlangt. Wie der Sender berichtete, werde die Regierung möglicherweise auf weiteren Rücktritten bestehen.

In britischen Medien wurde der Hutton-Bericht als einseitig kritisiert. Der liberale «Guardian» schrieb: «Die Regierung mag ja im Falle von Dr. Kellys Tod entlastet worden sein, aber das heißt nicht, dass sie die Wahrheit über Irak sagte.»

Die Tageszeitung «Independent» ließ auf ihrer Titelseite die für das Aufmacherfoto reservierte Stelle weiß und warf die Frage auf, ob der Untersuchungsbericht die Regierung habe «reinwaschen» sollen. (nz)