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Medienkritiker: Foltermethoden bei RTL

13. Jan 2004 14:30
Daniel Küblböck im 'Kakerlaken-Sarg'
Daniel Küblböcks Kampf mit den Kakerlaken ruft nun auch die Medienwächter auf den Plan. Ein Wissenschaftler will in der RTL-Show gar «Todesängste» beobachtet haben.

Thema: "Ich bin ein Star..."
Die Zumutungen werden schlimmer, die RTL-Zuschauer aber immer mehr: Als «Superstar» Daniel Küblböck am gestrigen Montag seinen Kopf in ein «Terror-Aquarium» steckte, schauten selbst zu später Stunde (23 Uhr) noch 5,48 Millionen Zuschauer die in Australien spielende Show «Ich bin ein Star – holt mich hier raus!».

Alles nur gespielt?

Ob der Kölner TV-Sender mit den Mutproben, die er seinen Stars zumutet, gegen die Menschenwürde verstößt, fragen sich nun die Landesmedienanstalten.

Am 11. Februar will sich die dafür zuständige Gemeinsame Stelle der Landesmedienanstalten mit der Frage beschäftigen - dann aber ist die Sendung längst vorbei. Deren Pressesprecher Peter Widlok bezweifelte ohnehin, dass eine solche Beanstandung Aussicht auf Erfolg habe. Entscheidend sei, dass die Teilnehmer der Experimente jederzeit aussteigen könnten, sagte Widlok der Nachrichtenagentur AP.

Die RTL-Stars wüssten genau, was das Spiel von ihnen verlange. Deshalb sei nicht genau zu beurteilen, ob Reaktionen wie Erschrecken oder Weinkrampf nicht auch inszeniert seien.

Küblböck in Todesangst?

Heftig kritisiert hingegen der Generaldirektor des Europäischen Medieninstituts in Düsseldorf, Jo Groebel, den Umgang mit den Prominenten im Dschungel. «Das sind Methoden, die an Folter erinnern», sagte er. Küblböck, der eine Folge zuvor schon mit Kakerlaken überschüttet wurde, habe man «Todesangst» angesehen.

«Es ist einfach so, dass man schlicht und einfach nicht so mit Menschen umgeht», sagte Groebel. Dass die im australischen Dschungel ausgesetzten Stars bei einer Verweigerung der Prüfung nichts zu essen bekämen, bezeichnete Groebel als Erpressung: «Das ist von der Konstruktion schon ziemlich perfide.» Der Medienwissenschaftler sagte, er sei «baff, dass RTL, ein Sender, der sich ein gutes Image aufgebaut hat, so etwas macht». (nz)

 
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