netzeitung.deSchmidt an seinen Fans gescheitert

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Harald Schmidt (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Harald Schmidt
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Ein Institut hat untersucht, warum Harald Schmidt gescheitert ist. Und warum seine Fans so stark trauern. Thema: Ende der Schmidt-Show Streit vor laufenden Kameras Thoma: Sat.1 sollte Late-Night-Show aufgeben Mit Harald Schmidt in der Kirche Gottschalk: «Harald Schmidt war zu verkopft» Sat.1-Chef: «Harald Schmidt ist nicht Gott» Hape Kerkeling statt Harald Schmidt «Harald for President»

Harald Schmidt ist an seinen Fans gescheitert. Zu diesem Schluss kommt das Steinweg Institut Köln, welches die «Trauerreaktion der Zuschauer» untersucht hat. Das Institut kommt zu dem Ergebnis: «Paradoxerweise scheiterte Schmidt gerade an der in acht Jahren entstandenen großen Nähe zum Publikum. Schmidt verlor zusehends die provokative und produktive Distanz eines «Seelsorgers» und musste schließlich vor dem sich ausbreitenden, lähmenden Einvernehmen mit seinen Fans kapitulieren, an dem er geradezu zu ersticken drohte.»

Das Institut stellte fest, dass die Sendung eine «ungeheure Entwicklung» durchlaufen habe: «Während er in der Startphase seiner Show mit Boshaftigkeit und Sarkasmus Schrecken verbreitete und Empörung hervorrief, reifte er im weiteren Verlauf zu einem zunehmend subtiler und kunstvoller agierenden Magier. Immer enger zog er seine Zuschauer in seinen Bann und immer intimer wurde die Nähe zu seinem Publikum. Wie in einer alten Ehe reichte zum Schluss sein charakteristisches Räuspern oder sein spezieller Griff zur Brille, um seinen witzigen Wendungen schon im Ansatz zu folgen.»

Schmidt sei so zum «Hohepriester der Spaßgesellschaft» geworden, der die Leute am Abend vor dem Bildschirm versammelte, um ihnen «die Absolution» für den Tag zu erteilen. Aber wie bei jedem Amt ist die Nähe zum Volk eben meist der Anfang vom Ende. (nz)