E-Plus und O2 streiten um Beckenbauer
06.12.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Engelke (li.) und Beckenbauer als O2-Werbeträger
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Zwischen zwei Mobilfunkanbietern ist ein heftiger Streit darüber ausgebrochen, mit welchen Worten Beckenbauer für Handys werben darf. E-Plus hat einen O2-Slogan verbieten lassen.
Um Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer als Werbeträger streiten laut einem Bericht des Magazins «Der Spiegel» die beiden Mobilfunkunternehmen E-Plus und O2. E-Plus habe per einstweiliger Verfügung seinem Konkurrenten O2 untersagt, in TV-Spots mit Beckenbauer, Comedy-Star Anke Engelke und Pop-Produzent Dieter Bohlen einen bestimmten Reklamespruch zu verwenden.
E-Plus wollte verhindern, dass der FC-Bayern-Präsident für O2-Handys mit dem Satz «Ja ist denn heut scho' Weihnachten?» wirbt, schreibt der «Spiegel». Begründung der Mobilfunkfirma: Mit denselben Worten habe Beckenbauer schon vor drei Jahren für E-Plus geworben, das Unternehmen halte also das Urheberrecht an diesem Werbeslogan.
O2 engagierte frühere Agentur von E-Plus«Das ist unsere kreative Leistung», zitiert das Magazin eine E-Plus-Sprecherin. Das Unternehmen habe jahrelang Millionenbeträge in Beckenbauer investiert und den Slogan schützen lassen.
O2 hat laut «Spiegel» nicht nur die Fußball-Legende und seinen Ausspruch übernommen, sondern mit Grey auch dieselbe Werbeagentur engagiert, die zuvor für E-Plus arbeitete. Die reagierte pfiffig auf das Verbot, ihren alten Einfall zu recyclen.
«Ich würd' ja gern, aber ich darf ja nicht!»In einer neuen Spot-Version sagt Bohlen nun: «Franz, dann sag's halt schon» und Beckenbauer antwortet: «Ich würd' ja gern, aber ich darf ja nicht». E-Plus fand die Anspielung gar nicht lustig: Auch gegen diese Version habe E-Plus nun eine einstweilige Verfügung erwirkt, schreibt der «Spiegel». (nz)