netzeitung.deWiener Baulöwe finanziert angeblich ddp

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Die wirtschaftlich angeschlagene Nachrichtenagentur ddp hat einem Pressebericht zufolge einen heimlichen Finanzier: den Wiener Baulöwen Hanno Soravia.

Von dem Wiener Bauunternehmer Hanno Soravia hat der Deutsche Depeschen Dienst (ddp) nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» einen Millionenkredit erhalten. Der Geschäftsführer der Nachrichtenagentur, Lutz Schumacher, habe Investoren gesucht, um das hoch defizitäre Unternehmen zu retten, schreibt die Zeitung am Mittwoch. Über die Kooperation werde auf beiden Seiten größtes Stillschweigen gewahrt.

Soravia hatte im vergangenen Jahr bereits die Lokalsender TV München und TV Berlin gekauft, die nach dem Zusammenbruch des Medienimperiums von Leo Kirch vor dem Aus standen.

Deutschsprachiger Medienverbund geplant
Der «SZ» zufolge will der Österreicher einen Medienverbund gründen, um mehrere Sender mit einem gemeinsamen deutschsprachigen Programm zu beschicken. Soravia lasse nun untersuchen, inweit sich seine TV-Sender und ddp ergänzen könnten.

Der Fernsehkonzern Pro Sieben Sat 1 Media hatte die in Berlin ansässige Nachrichtenagentur zum symbolischen Preis von einem Euro an die ddp-Manager verkauft. Um die Verluste auszugleichen, strich das Unternehmen, das 160 feste und 200 freie Mitarbeiter beschäftigt, bereits das Weihnachts- und Urlaubsgeld. Diese Sparmaßnahmen reichten offensichtlich noch nicht aus.

Nach internen Unterlagen von Pro Sieben Sat 1 Media waren die ddp-Verluste von 2,6 Millionen Euro 1999 auf 9,9 Millionen Euro 2001 gestiegen. Der TV-Konzern schoss mehr als 20 Millionen Euro zu, bevor er die Agentur in diesem Jahr abstieß.

Die neuen Eigentümer um Lutz Schumacher erhielten von Pro Sieben Sat 1 Media noch ein Millionendarlehen. Dieses Geld und die eigenen Mittel der ddp-Manager würden aber «nur sehr knapp» reichen, sagte Schumacher der «SZ». Mit ersten Gewinnen rechnet die Agentur nicht früher als 2005. (nz)