Verlagsbranche verliert bis 2008 weitere zwei Milliarden Euro Umsatz
30.10.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Dieses Phänomen hat der Wirtschaftswissenschaftler Karl Aiginger in einem Beitrag für die heutige «Neue Zürcher Zeitung» für die gesamte deutsche Wirtschaft beobachtet. Er zeigt, dass viele europäische Länder Deutschland nachhaltig abgehängt haben, weil sie ständig in Technologie als Wachstumsmotor investiert hätten.
Die diesbezüglichen Anstrengungen der deutschen Verlagsbranche bewertet Detecon als unzureichend. Der Umsatz werde bis 2008 um weitere zwei Milliarden Euro zurückgehen. Vor allem die kleinen Verlage werden es schwer haben, weil viele derzeit propagierte Vorschläge zur Lösung der Probleme nur den Markengiganten nutzen. Ausdrücklich nennt Detecon die Themen Paid Content, E-Paper und Cross Media, die nach Ansicht der Experten «auch in Zukunft wenig Aussicht auf Erfolg» versprechen.
Im Internet werde künftig für Service und nicht für Inhalte gezahlt daher sollten sich die Verlage nach Partnern umsehen, die in diesem Geschäft tätig sind.
Wachstum im klassischen Bereich sei aufgrund gesättigter Leser- und Anzeigenmärkte sowie der geringen Chancen für neue Erlösquellen nur durch den Zukauf anderer Unternehmen zu erzielen nicht jedoch aus dem operativen Geschäft. Deshalb sei es notwendig, die Pressefusionskontrolle zu lockern. Im Anzeigenbereich werde sich «der bereits eingesetzte Substitutionsprozess von Print zu elektronischen bzw. digitalen Medien intensivieren».
Als Sofortmaßnahmen raten die Experten allerdings zu Entschiedenheit: Zum einen müssten die Kosten weiter gesenkt werden, wenn die Verlage noch eine Marge erzielen wollen. Zum andere müssten die Verlage viel mehr Kenntnisse über ihre Kunden erwerben, um nicht langfristig am Markt vorbei zu produzieren. (nz)

