Italiens Parlament höhlt Berlusconis Medienreform aus
Am Vormittag nahm die Kammer mit nur einer Stimme Mehrheit einen Änderungsantrag des Oppositionsbündnisses Margherita zur geplanten Einführung des Digitalfernsehens an.
Am Mittwoch hatten die Abgeordneten bereits mit knapper Mehrheit einen Änderungsantrag der Kommunisten gebilligt. Damit wird Kindern unter 14 Jahren untersagt, in Werbespots aufzutreten. Bei beiden Abstimmungen votierten mehr als 30 Vertreter des Mitte-Rechts-Bündnisses nicht gegen die Änderungsanträge.
Berlusconi, dessen Bündnis in beiden Kammern des Parlaments die Mehrheit hat, reagierte verärgert. «Jetzt will ich die Namen derjenigen, die nicht abgestimmt haben», zitiert ihn die Zeitung «La Repubblica». Zugleich versuchte er, den Vorfall herunterzuspielen. Auch Vize-Regierungschef Gianfranco Fini sprach von einem «Pyrrhus-Sieg» der Opposition: Der eigentliche Kern des Gesetzesvorhabens werde durch die Änderung nicht berührt.
Berlusconi ist selbst größter Medienunternehmer im Land und besitzt mehrere private Fernsehsender.
Für das Web ediert von Corina Kolbe

