Zwei Drittel Eigenanteil, ein Drittel Kopie Nach Angaben der ASR-Direktorin Irina Silajewa soll der ehemalige «Wedomosti»-Chefredakteur Leonid Berschidskij die Tätigkeit von Springer in Russland koordinieren. Etwa zwei Drittel des Inhalts sollten russische Redaktionen selbst erstellen, ein Drittel solle aus den US-Ausgaben der Zeitschriften übernommen werden. Dass es sich um «Newsweek» und «Forbes» handelt, wollte Silajewa nicht bestätigen. «Newsweek» hatte in den 90er Jahren bereits gemeinsam mit Wladimir Gussinskijs Holding «Media Most» die politische Wochenzeitschrift «Itogi» («Bilanz») herausgegeben. Nach der Zerschlagung des kreml-kritischen Medienimperiums von Gusskinskij und der Übernahme von «Itogi» durch den Gaskonzern Gasprom hatten sich die Amerikaner jedoch aus dem Projekt zurückgezogen. Sechs politische Wochenmagazine In Russland gibt es derzeit keinen Mangel an Nachrichtenmagazinen. Die Springer-Blätter werden außer «Itogi» auch politischen Wochenblättern wie «Wlast» («Die Macht»), «Dengi» («Geld»), «Expert», «Profil» und «Politbüro» Konkurrenz machen, die den Markt bislang unter sich aufteilen. Presseberichten zufolge zweifeln Marketing-Fachleute daran, dass der russische Werbemarkt groß genug ist, um eine derart große Zahl von Publikationen mit genügend Reklame zu füllen. Für die Verleger oder Medienmagnaten, die hinter den Zeitschriften stehen, sind die Magazine aber in erster Linie Instrumente, um politisch Einfluss auszuüben. Burda und Gruner+Jahr sind schon da Im August war Springer bereits auf den ukrainischen Markt gegangen. Dort soll als erstes eine lokale Ausgabe von «Auto Bild» erscheinen. Springer ist bereits der dritte große deutsche Zeitschriftenverlag, der sich einen russischen Ableger zulegt. Burda ist bereits seit Jahren mit einem ganzen Bündel von Jugend-, Frauen- und Freizeittiteln sowie dem «Playboy» und «Chip» vertreten. Gruner+Jahr gibt in Moskau eine russische Version von «GEO» und des Klatschmagazins «Gala» heraus. (nz)
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