netzeitung.deRBB will westdeutsche Stasi-Spitzel enttarnen

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Der Rundfunk Berlin-Brandenburg will seine westdeutschen Mitarbeiter auf mögliche Stasi-Kontakte überprüfen. Ob auf allen Hierarchiebenen kontrolliert werden soll, steht noch nicht fest.

Nach den Stasi-Überprüfungen bei ORB und SFB will nun die Nachfolgeanstalt Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) untersuchen, ob westdeutsche Mitarbeiter in Verbindung zum Staatssicherheitsdienst der DDR standen.

Der Rundfunkrats-Vorsitzende Bertram Althausen sagte der Nachrichtenagentur epd, er wolle dem Aufsichtsgremium vorschlagen, darüber am 8. September zu beraten. Zuvor hatte bereits RBB-Intendatin Dagmar Reim die Pläne bestätigt.

Ob die gesamte westdeutschen Belegschaft oder nur leitende und Programm prägende Mitarbeiter kontrolliert würden, sei noch «offen», sagte Althausen.

Bislang waren nur Beschäftigte des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg (ORB) einer Überprüfung unterzogen worden, manche von ihnen sogar mehrmals. Der im Westen ansässige Sender Freies Berlin (SFB) wiederum durchleuchtete lediglich die Vergangenheit derjenigen Mitarbeiter, die früher für den DDR-Rundfunk tätig gewesen waren.

SFB «Versäumnis» vorgeworfen
Althausen warf dem SFB nun ein «Versäumnis» vor. Es sei nicht zu akzeptieren, dass Mitarbeiter eines Unternehmens ungleich behandelt würden. Ob die geplante Überprüfung reibungslos anlaufen könne, hänge nun von den Personalräten ab.

Nachdem der US-Geheimdienst CIA die so genannten Rosenholz-Akten vollständig an die Bundesrepublik übergab, hat sich bislang nur die Birthler-Behörde entschieden, erneut möglichen Stasi-Kontakte ihrer Mitarbeiter nachzugehen.

Der SPD-Fraktionsvize im Bundestag, Hans-Joachim Hacker, forderte daraufhin, alle Führungskräfte im öffentlichen Dienst notfalls ein zweites Mal zu überprüfen. (nz)