10.07.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Für die Zeitungsbranche ist noch kein Ende der gegenwärtigen Krise absehbar. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger rechnet mit einem beschleunigten Strukturwandel.
Die Zeitungsbranche ist derzeit einem tiefgreifenden Strukturwandel unterworfen. Jedes der 350 Zeitungshäuser sei dabei, sich zu einem komplexen Medienunternehmen mit unterschiedlichen Informations- und Kommunikationskanälen zu entwickeln, erklärte der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) auf seiner Jahrespressekonferenz in Berlin.
Motor dieses Prozesses sei der schwache Werbemarkt. Aber auch die Entwicklung des Internets setze die Verlage unter Druck. Dennoch gebe es bei den Verlagen keine Krisenstimmung, sagte BDZV- Hauptgeschäftsführer Dr. Volker Schulze. Statt dessen blicke man mit Pragmatismus nach vorn.
Umsatzrückgänge bei der WerbungDie Umsatzrückgänge im Werbegeschäft lägen im zweistelligen Prozentbereich, sagte Schulze. In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres seien die Anzeigenumfänge (nicht Umsätze) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp sieben Prozent (Ostdeutschland -6,6 Prozent / West: -6,8 Prozent) zurückgegangen. Die schwersten Einbrüche gab es erneut im Bereich der Stellenanzeigen (-37,6 Prozent). Wann es bei den Werbeeinnahmen wieder aufwärts gehe sei wegen den Unwägbarkeiten der Konjunkturentwicklung nicht vorhersagbar, so Schulze.
Die Auflage gehe dagegen im Durchschnitt weniger stark zurück als noch vor einem Jahr. Die Reichweite der Zeitungen ist demnach stabil: 77,3 Prozent der über 14-Jährigen Bundesbürger lesen täglich Zeitung.
Bedeutung des Internet wächstZeitungen müssten sich immer mehr zum «Rundum-Dienstleister in der Region» entwickeln, fordert Schulze. Etwa junge Menschen könnten und sollten verstärkt über Internet, Handy und SMS angesprochen werden.
Immer wichtiger werde für die Zeitungen auch die Verbindung von Print-Medium und Internet. Vor allem Teile des Vertriebs und des Anzeigenservices werden inzwischen online abgewickelt. (nz)