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Britische Fernsehwächter billigen Hagens' TV-Autopsie

27. Jan 2003 14:24
Im November strahlte das britische Fernsehen eine Autopsie aus, die Gunther von Hagens vor Publikum vornahm. Fernsehwächter erklärten dies nun für unbedenklich.

Die britische Independent Television Commission (ITC) hat die auf Channel 4 ausgestrahlte Autopsie eines 72-jährigen durch Gunther von Hagens als unbedenklich bezeichnet. Die Sendung habe sich zwar «den Grenzen des Erlaubten genähert», so die Medienwächter, sie aber nicht überschritten und vor allem keine Bilder gezeigt, die «anstößiger gewesen wären als jene, die schon im britischen Fernsehen gezeigt wurden».

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Der «Körperwelten»-Initiator und Anatom Gunther von Hagens hatte im November vor zahlendem Publikum die Leiche eines Mannes seziert, Channel 4 dies ab 23.45 Uhr gezeigt. Mehr als 200 Zuschauern hatten daraufhin britischen Medienberichten zufolge den Sender angerufen: Etwa 130 beanstandeten die Ausstrahlung, der Rest lobte sie oder bat um Wiederholung.

34 Menschen schrieben an die ITC, um sich über die TV-Autopsie zu beschweren. Die Kommission wiegelte jetzt ab: «Dies war nicht die erste Autopsie im Fernsehen, diverse wissenschaftliche und medizinische Sendungen haben vergleichbare Ausschnitte gezeigt». Die Bilder der Sektion seien erst nach Mitternacht zu sehen gewesen. Zudem habe der Sender im Titel und in fünf Einblendungen klar und deutlich über den Inhalt der Sendung vorab informiert.

München will «Körperwelten» verhindern

Channel 4 gab an, der Beitrag habe «Gelegenheit geboten, die Verwirrung und Missverständnisse zu zerstreuen, die manche Menschen ergreifen, wenn sie hören, dass verstorbene Angehörige einer Autopsie unterzogen werden oder wurden».

Anatom von Hagens erwägt, in München eine öffentliche Autopsie abzuhalten, falls im Frühjahr dort seine «Körperwelten»-Schau ihre Tore öffnet. Die Stadt will jedoch die Aussstellung verbieten - das Kreisverwaltungsreferat der Stadt auf jeden Fall die Autopsie verhindern. Kürzlich haben das Grimme-Institut und die evangelische Kirche an die Sendeverantwortlichen appelliert, keine Bilder der Autopsie auszustahlen. Die ARD hat angekündigt, dieser Bitte zu entsprechen. (nz)

 
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