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Historiker Trevor-Roper gestorben

27. Jan 2003 11:41
Hugh Trevor-Roper
Der britische Historiker Hugh Trevor-Roper ist tot. Er starb im Alter von 89 Jahren in Oxford. Berühmt wurde er mit Werken über die NS-Zeit.

Der britische Historiker Hugh Trevor-Roper ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Der Autor zahlreicher Werke sei in Oxford einem Krebsleiden erlegen, teilte seine Familie am Sonntag mit.

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An der renommierten englischen Universität hatte Trevor-Roper lange Zeit gelehrt. Einem großen Publikum wurde er indes durch seine Monografien über eine Vielzahl historischer Themen geläufig. Trevor-Roper war für seinen geschliffenen, erzählenden Stil berühmt, mit dem er auch komplexe geschichtliche Entwicklungen anschaulich zu beschreiben pflegte. 1979 wurde er von Königin Elizabeth II. als Baron Dacre of Glanton auf Lebenszeit in den Adelsstand erhoben.

Größter Erfolg: «Hitlers letzte Tage»

Neben frühneuzeitlicher Kirchen- und Sozialgeschichte, die er in mehreren Werken behandelte – etwa in «Der Aufstieg des christlichen Europa» von 1966 oder «Die europäische Hexenjagd im 16. und 17. Jahrhundert» von 1969 – war Trevor-Ropers Spezialgebiet die Zeit des Nationalsozialismus. Dessen Ende hatte er als Mitarbeiter des englischen Geheimdienstes 1945 miterlebt.

Auf der Grundlage von Verhörprotokollen schrieb er sein erstes Buch in nur sechs Wochen. «Hitlers letzte Tage» erschien 1947, wurde sofort ein großer Erfolg und machte seinen Autor mit einem Schlag bekannt. Das Werk wurde später ebenso ins Deutsche übersetzt wie «Letzte Einträge 1945: Die Tagebücher des Joseph Goebbels» von 1978.

Falsches Gutachten für Hitler-Tagebücher

Trevor-Roper sprach allerdings selbst kein Deutsch. Dieser Umstand bedingte seine größte Fehlleistung: 1983 bewertete er die «Hitler-Tagebücher», welche die Illustrierte «Stern» abdruckte, als echt. Damit brachte er einen der größten Skandale der deutschen Pressegeschichte mit ins Rollen: Wenig später stellte sich heraus, dass die vermeintlichen Selbstzeugnisse des Diktators von dem Fälscher Konrad Kujau zu Papier gebracht worden waren. (nz)

 
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