24. Jan 2003 13:11
In aller Welt durfte Leichenöffner Gunther von Hagens sein Handwerk zeigen und plastinierte Leichen ausstellen, in München nicht.
Die Stadt München hat die feste Absicht, die Leichen-Schau «Körperwelten» zu verbieten. Gunther von Hagens, Erfinder der Toten-Wander-Schau hatte deren Münchner Aufenthalt bereits fest eingeplant, ab dem 28. Februar sollten seine Toten gezeigt werden. Die Stadt wünscht das zu verhindern.«Ja, wir werden das untersagen», zitiert die «Süddeutsche Zeitung» Wilfried Blume-Beyerle vom Kreisverwaltungsreferat der Stadt. Noch müsse dem Verbot allerdings der Stadtrat zustimmen. Doch rechne er damit, dass auch die Stadträte ein Verbot empfehlen.
Begründet wird das Verbot mit Artikel eins des Grundgesetzes. Nach Meinung der Stadt verstößt von Hagens' Schau gegen die Würde des Menschen. Artikel eins schütze diese Würde «auch über den Tod hinaus», so die Argumentation. Und außerdem verstoße es gegen das bayerische Bestattungsrecht, Leichen zur Schau zu stellen.Die einzige Ausnahme von diesem Gesetz, wissenschaftliche Zwecke, «können wir aber in der Ausstellung von Herrn Hagens' nicht erkennen», so Gesundheitsreferent Joachim Lorenz gegenüber der Zeitung.
Auch Oberbürgermeister Christian Ude hatte sich sehr für ein Verbot eingesetzt. Für ihn ist das ein nur «mit Schaulust und Sensationsgier begründeter Tabubruch».
München hat noch nicht endgültig über ein anderes Ansinnen von Hagens entschieden: Er möchte dort auch, wie bereits in London, öffentlich sezieren.Leichenöffner Hagens hatte immer wieder angeführt, er wolle mit seiner Leichenschau die Massen informieren und aufklären. Fast zehn Millionen Menschen sind seinem Ruf bereits gefolgt. (nz)