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Sender sollen Hagens' Leichensektion nicht zeigen

17. Dez 2002 15:59
Anatom Gunther von Hagens
Die Evangelische Kirche und das Grimme-Institut haben an die deutsche Fernsehsender appelliert, die von Gunther von Hagens geplante öffentliche Leichensektion nicht auszustrahlen.

Gemeinsam haben die Evangelische Kirche und das Grimme-Institut die deutschen Fernsehsender dazu aufgerufen, die vom Anatom Gunther von Hagens geplante öffentliche Sektion einer Leiche nicht auszustrahlen. «Keine Sendezeit für Gunther von Hagens», fordern sie in einem offenen Brief, der am Dienstag allen Intendanten und Programmgeschäftsführern zuging.

Mehr in der Netzeitung:
Darin bitten Bernd Merz, Rundfunkbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche, und der Geschäftsführer des Grimme-Instituts, Bernd Gäbler, die Sender, freiwillig auf eine Übertragung oder Aufzeichnung der Aktion zu verzichten. Das mediale Umfeld markiere den entscheidenden Unterschied zwischen der wissenschaftlich notwendigen Sektion und einem «Leichenspektakel», heißt es in einer am Dienstag veröffentlichen Erklärung. «Es geht nicht um Wissenschaft und Aufklärung, sondern um die Inszenierung eines Spektakels, eines Medien-Hypes auf Kosten der Würde von Toten.»

Keine Bilder der Sektion ausstrahlen

Zudem appellieren Kirche und Institut an die Anstalten, ihre Berichte über die Sektion «auf das journalistisch noch vertretbare Mindestmaß zu beschränken und jedenfalls keine Bilder der Sektion selbst auszustrahlen.»

Gunther von Hagens, Anatom und Initiator der umstrittenen «Körperwelten»-Ausstellung, plant für das Frühjahr in München öffentlich eine Leiche zu sezieren. Im November hatte von Hagens in London öffentlich eine Autopsie an

Mehr im Internet:
einem 72-jährigen Deutschen vorgenommen und damit international Debatten ausgelöst. «Körperwelten», eine Schau, die plastinierte Leichen ausstellt, gastiert derzeit in London. Sie wird von Februar bis März in München zu sehen sein.

Das Münchner Kreisverwaltungsreferat prüft gemeinsam mit Polizei, Staatsanwaltschaft, Bundesärztekammer und Technischer Universität, ob sie die geplante öffentliche Sektion untersagen kann. Von Hagens will seinerseits die Münchner zu ihrer Meinung befragen. (nz)

 
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