Zufall machte Pierre Brice berühmt
17.10.2002
Herausgeber: netzeitung.de
Pierre Brice
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Zu seiner Rolle als «Winnetou»-Star kam Schauspieler Pierre Brice ganz unerwartet. Heute nervt ihn das Winnetou-Image manchmal.
Reiner Zufall sei es gewesen, dass Pierre Brice «Winnetou» gespielt habe. Eigentlich wollte Brice 1962 in Berlin nur seinen neuesten Film präsentieren, doch es kam anders. «Dort entdeckte mich Horst Wendlandt und wusste sofort, wie er mir später erzählte, dass ich sein Winnetou für die geplante Karl-May-Verfilmung »Der Schatz im Silbersee« war». Das erzählte der 73-Jährige dem Fernsehsender Kabel 1.
Narben am PoKarl May oder Winnetou waren bis dahin für den Franzosen völlig unbekannt. Brice hatte Nachholbedarf: «Ich habe zunächst einmal die Romane von Karl May, die es in französischer Übersetzung gab, gelesen, und mich dann intensiv mit der Kultur, der Geschichte und den Lebensgewohnheiten der Indianer auseinander gesetzt.»
Der Schauspieler gewöhnte sich schnell an die neue Lebensweise. «Angekommen am Drehort Jugoslawien musste ich dann innerhalb von zwei Wochen reiten lernen und das ohne Sattel. Ich habe noch heute davon Narben am Po!», erzählte er.
Engagement für UnicefBrice wolle aber nicht nur auf die Winnetou-Rolle reduziert werden. «Ich bin ein Schauspieler. Ich bin Pierre Brice und ich habe noch zahlreiche andere Rollen außer Winnetou gespielt», sagte er.
Brice weiß aber seine Winnetou-Image durchaus gewinnbringend einzusetzen. Seine Popularität könne er für humanitäre Aktionen und sein Engagement als Unicef-Botschafter nutzen, sagte er. In den 60er Jahren drehte Brice elf Winnetou-Filme und die siebenteilige Serie «Mein Freund Winnetou». (nz)