23. Aug 2002 10:05, ergänzt 11:14
Bedenkenlos geklaut: Das Grimme-Institut hält die TV-Duelle zwischen Kanzler und Herausforderer für eine verfehlte Form politischer Meinungsbildung
«Hätten wir hier aber eine Kanzlerdirektwahl», meinte Gäbler, «müsste Schröder sich keine Sorge um seine Wiederwahl machen und folglich gäbe es auch kein TV-Duell.» Damit spiele Gäbler, sagte eine Sprecherin des Instituts der Netzeitung, auf die gegenwärtige Beliebtheit des Kanzlers an, wie sie sich in den Meinungsumfragen spiegele.Mit dem ausgestrahlten Aufeinandertreffen von Schröder und Stoiber sei es zwar möglich, viele Zuschauer zu erreichen, die sich sonst kaum für Politik interessierten, die Sender aber verspielten zugleich eine «demokratische Chance»: «Die Kanzler-Duelle werden nicht wie ein wichtiges Element der politischen Meinungsbildung dargeboten, sondern mit Trailern, Countdown, Live-Ereignis, Vor- und Nachbereitung dramaturgisch inszeniert wie ein Sport-Highlight.»