netzeitung.deVerschwörungs-Theoretiker Meyssan verteidigt seine Version des 11. September juristisch

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Thierry Meyssan hat Millionen verdient mit der Behauptung, die CIA stecke hinter dem Anschlag auf das Pentagon. Nun klagt er gegen «Paris Match»: Die Zeitschrift hat ihn widerlegt.

Alain Genestar nennt einen Lügner einen Lügner. Dafür muss der Chefredakteur von «Paris Match» nun vor Gericht. In einem Editorial in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift beharrt er dennoch auf der Berichterstattung seines Blattes über den Terror gegen die USA vom 11. September 2001. Ein ungewöhnlicher Vorgang: Die politische Berichterstattung des Blattes gilt als seriös. Doch klagt der Autor Thierry Meyssan gegen «Paris Match», weil die Zeitschrift es gewagt hat, seine ebenso umstrittenen wie eigenwilligen Theorien zum 11. September in Frage zu stellen.

«L'effroyable imposture» («Der entsetzliche Schwindel») ist der Titel des Buches, mit dem Meyssan seit Monaten auf Frankreichs Bestsellerlisten steht.

Antiamerikanismus hat Tradition in Frankreich, wozu auch die wildesten Behauptungen über die Machtansprüche und Ränkespiele der Amerikaner zählen. Der Terror des 11. September bot sich geradezu an für Meyssan, der der extremen Linken anhängt und sich als politischer Publizist einen zweifelhaften Ruf erworben hat. Im Einklang mit Behauptungen extremistischer Kreise in Arabien sowie Links- und Rechtsextremer in aller Welt legt er in dem Buch nahe, er könne belegen, dass der US-Geheimdienst CIA mit einer Autobombe selbst das Pentagon in Brand setzte, um für einen Krieg gegen Taliban und Islamisten leichter Unterstützung zu gewinnen.

«Paris Match» hat nach den Tageszeitungen «Figaro», «Le Monde» und «Libération» nichts anderes getan, als zum wiederholten Male Meyssans «Beweise» mit den Mitteln seriösen Journalismus' zu zerpflücken: Augenzeugeninterviews, forensischen Indizien... Doch ersparte es Chefredakteur Genestar dem Verschwöungstheorietiker nicht, seine Behauptung, nie sei ein Flugzeug ins US-Verteidigungsministerium eingeschlagen, als zynischen Angriff auf die Opfer, als Lüge und gefährlichen Schwachsinn zu bezeichnen.

Nun klagt Meyssan wegen Verleumdung, was Genestar in einem neuen Kommentar als «unanständig» bezeichnete - unanständig sei es, andere auf 15.000 Euro Schadenersatz zu verklagen, wenn man selbst «mit einem Buch Geld gemacht hat, das die Vernunft und das Andenken Hunderter Opfer beleidigt» und nur «Lügen und Halbwahrheiten» enthalte. Meyssan erwägt weitere juristische Schritte. (nz)