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Und noch eine neue «Tatort»-Kommissarin

26. Apr 2002 16:47
Jetzt auch 'Tatort'-Kommissarin: Eva Mattes (im Bild mit Alexander Beyer)
Viel Lob für den «Tatort» gab es in den vergangenen Wochen. Jetzt tritt schon wieder eine neue Ermittlerin auf den Bildschirm.

Am Anfang fahren sie im Boot über den Bodensee gemeinsam zum Tatort, die Konstanzer Kommissarin Klara Blum (Eva Mattes) und ihr Ehemann und Kriminaldirektor (Michael Gwisdek). Und das ist auch die gelungenste Idee für den ersten Fall der neuen Ermittlerin: Der latente Streit zwischen der duldsamen, aber durchsetzungsfähigen Polizistin und ihrem alternden, besserwisserischen Gatten, der gern die Führungsrolle spielen würde, belebt den Film.

Pittoreske Landschaften

Rührende Nervensäge: Michael Gwisdek (links) als Kriminaldirektor und Ehemann
Um so konventioneller der Fall selbst: Ein Mord an einem Zehnjährigen muss geklärt werden. Natürlich ist der Täter nicht der zurückgebliebene 25-jährige Wolfi Osburg, der verstört neben dem toten Jungen hockte. Weitere Ermittlungen und eine zwischenzeitliche Verfolgungsjagd mit vielen schwäbischen Autos führen Klara Blum durch pittoreske Landschaften im deutschen Süden, hinein in Intrigen unter Großbauern und anderen Landwirten. Ein ökologischer Konflikt wird gestreift, ein familiärer, und was sonst noch zu einem konventionellen «Tatort» gehört.

Außenseiter-Performance und bäurische Sätze

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Natürlich gibt Alexander Beyer («Sonnenalllee») als Wolfi eine exaltierte pantomimische Außenseiter-Performance, natürlich sprechen die Bauern bäurische Sätze. Der Film von Stefan Dähnert (Buch) und Nina Grosse (Regie) ist zu fahrig, um glaubwürdig zu bleiben, und zu oberflächlich, um gut zu sein. Das Potenzial an schönen Schauplätzen und guten Schauspielern wie Eva Mattes («Das Sams») und Michael Gwisdek («Nachtgestalten»), der eine wirklich anrührende Nervensäge spielt, verschenkt er großzügig. Wären nicht die Nickligkeiten zwischen den Polizistengatten, wäre dies ein enttäuschendes «Tatort»-Debüt - zu sehen am Sonntag um 20.15 Uhr.

Eva Mattes wird künftig zweimal im Jahr Fälle in Konstanz lösen. Noch ein weiteres neues «Tatort»-Team wird die ARD für ihre Renommierreihe, die im Mai die 500. Folge feiert, ins Rennen schicken: Axel Prahl («Die Polizistin») und Ulrich Noethen («Comedian Harmonists») ermitteln im westfälischen Münster. Ihr Debüt ist allerdings frühestens im Herbst zu erwarten. Noch haben die Dreharbeiten gar nicht begonnen.

 
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