American Express leidet unter Reise-Schwäche
28.01.2002
Herausgeber: netzeitung.de
Der Einbruch im Tourismus-Geschäft trifft auch den größte Kreditkarten-Lieferanten der Welt: American Express machte im vierten Quartal deutlich weniger Gewinn.
Der US-Kreditkartenkonzern American Express hat im vierten Quartal des vergangenen Jahres nur noch 297 Millionen Dollar oder 22 Cent je Aktie (EPS) verdient. Wie der Konzern am Montag weiter mitteilte, waren es im Jahr davor noch 677 Millionen Dollar oder 50 Cent je Aktie gewesen. Als Grund für die Gewinnschwäche nannte Amex das schwächere Reisegeschäft nach den Terror-Anschlägen vom 11. September.
Weiter belastet wurden die Gewinne durch 279 Millionen Dollar, die der Konzern im vierten Quartal für Umstrukturierungsmaßnahmen und die Entlassung von rund 6800 Mitarbeitern ausgegeben hatte. Der Gewinn je Aktie lag knapp unter den Erwartungen von Analysten, die der Nachrichtensender CNN befragt hatte. Sie waren von 23 Cent EPS ausgegangen.
Umsatzrückgang und vorsichtiger AusblickDie meisten Mitarbeiter waren in der Reise-Sparte des Konzerns entlassen worden. Amex erhofft sich dadurch Einsparungen in Höhe von 280 Millionen Dollar in diesem Jahr. Der Umsatz von American Express ging im vierten Quartal 2001 um rund zwei Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar zurück.
American Express-Chef Kenneth Chenault sieht eigenen Worten zufolge zwar Anzeichen für eine Verbesserung der Umsätze. «Wir bleiben aber bei einem vorsichtigen Ausblick und erwarten, dass die Konjunktur in 2002 schwach bleiben wird», erläuterte Chenault die Prognosen seines Konzerns.
Aktie TagesverliererMit einem Minus von deutlich mehr als zwei Prozent wurde die Aktien von American Express damit zunächst zum Tagesverlierer im insgesamt leichteren Dow. Auch andere Bankentitel mussten allerdings abgeben, nachdem das Glasfaser-Telekommunikationsunternehmen Global Crossing mit rund zwölf Milliarden Dollar Konkurs angemeldet hatte. (nz)