netzeitung.deWolfgang Menge distanziert sich von «Kelly/Bastian»

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Dagmar Manzel als Kelly, Michael Mendl als Bastian (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Dagmar Manzel als Kelly, Michael Mendl als Bastian
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Am Mittwoch zeigt die ARD einen Fernsehfilm über Petra Kelly und Gert Bastian. Doch nun entdeckt der Drehbuchautor in dem ARD-Programmhighlight «historischen Schwachsinn».

Am Tag der deutschen Einheit und zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr will die ARD den Film «Kelly/Bastian – Geschichte einer Hoffnung» über die Beziehung der Grünen-Politiker Petra Kelly und Gert Bastian ausstrahlen. Das Drehbuch dazu schrieb Wolfgang Menge, der unter anderem als Autor von «Ein Herz und eine Seele» und «Stahlnetz» sowie als «III nach 9»-Moderator bekannt wurde.

Menge aber meldet sich nun kurz vor der Ausstrahlung kritisch zu Wort: Ihm gehe der Film nicht nur unzureichend auf die Geschichte der Grünen ein, sondern «verfälsche» sie in zahlreichen Details zu «historischem Schwachsinn». Der Film unter der Regie von Andreas Kleinert sei nach dem Muster gestrickt «alter Mann liebt junge Frau», was den Figuren nicht gerecht werde, sagte der 77-jährige Menge der Nachrichtenagentur dpa.

Menge wies darauf hin, dass beispielsweise anders als in einer Filmszene die Grünen 1983 keine Computer benutzt, sondern sie sogar damals noch bekämpft hätten. Ein Regisseur wie Kleinert, der bis zu Wende in der DDR aufwuchs, ist nach Menges Ansicht für die Umsetzung des Kelly/Bastian-Projekts der falsche gewesen.

Petra Kelly und Gert Bastian waren in den 80er Jahren Symbolfiguren der Grünen. 1992 erschoss der 69-jährige frühere Bundeswehrgeneral seine 24 Jahre jüngere Lebensgefährtin im Schlaf und anschließend sich selbst. (nz)