Umbau zu reinem Doku-Kanal?:
Bei N24 wackelt das N im Namen
Auf Sat1, ProSieben und Kabel 1 solle es auch künftig Nachrichten geben, betonte Ebeling. Derzeit werden die Sender von N24 beliefert. Das bei N24 frei werdende Geld solle in andere TV-Produktionen des Konzerns gesteckt werden: Ebeling nannte das Wissensmagazin «Galileo», Sendungen wie Stefan Raab zur Bundestagswahl oder spezielle Reportagen. Den Vorwurf, den Konzern kaputtzusparen, wies Ebeling zurück.
Der Betriebsrat von N24 hat mit deutlichen Worten auf die Ankündigungen des ProSiebenSat1-Chefs reagiert. «Jetzt sollen die Kolleginnen und Kollegen bluten, die jahrelang einen hervorragenden Job gemacht haben, und zwar für die Entscheidungen von Heuschrecken und Management», heißt es in einem Brief der Arbeitnehmervertretung an die Belegschaft, den der Nachrichtendienst Meedia.de am Freitag dokumentierte.
Dem Nachrichtendienst zufolge sprach Ebeling am Mittwoch auf einer Betriebsversammlung sehr offen über die Überlegungen für die Zukunft von N24. Diskutiert werde auch die Option, auf Nachrichten zu verzichten und N24 zur reinen Abspielstation von Dokus, Doku-Soaps und Reportagen umzubauen, zitierte Meedia.de den 50-jährigen Manager. Für das jetzige Geschäftsmodell des Senders sehe man keine Zukunft mehr.
Eine weitere Variante: Eine Rumpfredaktion könnte behalten werden, um für ProSieben, Sat1 und kabel eins noch Nachrichten zu produzieren. ProSiebenSat1 startete Anfang 2000 mit N24 als Konkurrenz zu n-tv. (nz)
