Kritik an «Tagesschau» und «Heute»: 

netzeitung.deWickert ist schlechter TV-Sprache überdrüssig

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Er hält einen Schlips für angemessen: Ex-ARD-Ankermann Ulrich Wickert (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Er hält einen Schlips für angemessen: Ex-ARD-Ankermann Ulrich Wickert
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Über «denkfaule» Beiträge und «schusselige» Formulierungen ärgert sich der ehemalige Tagesthemen-Moderator, wenn er Nachrichtensendungen von ARD und ZDF sieht. Auch den Kleidungsstil eines Kollegen kritisiert er hart aber fair.

Der ehemalige «Tagesthemen»-Moderator Ulrich Wickert hat die Nachrichtensendungen von ARD und ZDF scharf kritisiert. Nur noch wenige Autoren beherrschten den Satzbau, schreibt der Journalist in einem Beitrag für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung». Nicht nur die Floskelsprache der Politik werde oft übernommen, sondern auch das «Kurzsprech» der Nachrichtenagenturen. «Wer so textet, ist nicht nur schusselig, sondern denkfaul», so Wickert, der von 1991 bis 2006 Moderator der «Tagesthemen» war.

Den Redaktionschefs scheine das Bewusstsein für ihren öffentlich-rechtlichen Auftrag abhandengekommen zu sein, bemängelte Wickert. Dieser bestehe darin, für die Grundversorgung politischer Information zu sorgen. So hätten es sowohl «Tagesschau» und «Tagesthemen» als auch «heute» und «heute journal» versäumt, das neue Bundeskabinett vollständig vorzustellen.
«Bombenjournalismus» statt Einordnung
Wickert monierte «Voyeurismus, Sensationsgier» und «Bombenjournalismus» und eine «falsch verstandene Chronistenpflicht». Der Journalist kritisierte auch die Berichterstattung zum 20. Jahrestag des Mauerfalls, bei der sich der Sendeplan strikt nach den Anfangszeiten von «so bedeutsamen Sendungen wie 'Verbotene Liebe' und 'Marienhof'» gerichtet habe. Es fehle an einem Sinn für die Verbreitung wichtiger, aktueller politischer Inhalte und an Einordnung.

Auch die manchmal saloppe Kleidung von Moderatoren stößt Wickert sauer auf: Bei «Kanzlerduell» sei Frank Plasberg «wohl bewusst» ohne Schlips aufgetreten. Er habe damit «mangelnden Respekt» gegenüber der Kanzlerin und SPD-Kandidat Steinmeier bewiesen. Bei einer Unterhaltungssendung habe Plasberg jedoch durchaus zum Schlips gegriffen. Zugleich betonte der 66-Jährige, er wolle nicht als Besserwisser mit erhobenen Zeigefinger wirken. (nz/epd)