Sitz der Zentralredaktion in Berlin: 

netzeitung.deDpa zieht in «Axel-Springer-Passage»

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Axel-Springer-Passage in Berlin (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Axel-Springer-Passage in Berlin
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Eine Etage mit 3500 Quadratmetern mitten im historischen Zeitungsviertel der Hauptstadt, das wird der neue Sitz der Zentralredaktion von Deutschlands größter Nachrichtenagentur dpa sein.

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) wird ihre neue Zentralredaktion am Sitz des Axel-Springer-Verlags in Berlin eröffnen. Wie die dpa am Dienstag mitteilte, wird sie etwa 3500 Quadratmeter der «Axel-Springer-Passage» an der Markgrafenstraße im historischen Zeitungsviertel der Hauptstadt beziehen.

Derzeit ist die Zentralredaktionen der Agentur in Berlin, am Stammsitz der dpa in Hamburg und in Frankfurt am Main angesiedelt. Chefredakteur Wilm Herlyn sagte laut Mitteilung, die Agentur wolle mit dem Umzug «ihre redaktionelle Kraft optimal bündeln».

Herlyn betonte, alle anderen möglichen Standorte in Berlin wären teurer gewesen. Außerdem sei aus journalistischer Sicht wichtig, dass die Fläche in der Axel-Springer-Passage wie erwünscht einen gemeinsamen Newsroom für alle Beteiligten von Wort-, Bild- und Multimediadiensten ermögliche. Die dpa will nur ein Stockwerk des Komplexes beziehen.

300 Mitarbeiter betroffen
Nach Angaben der Agentur sind bis zu 300 Mitarbeiter von der für den Zeitraum Juni bis Juli 2010 geplanten Zusammenlegung betroffen, davon etwa 170 in Hamburg, 30 in Frankfurt am Main und rund 100 in Berlin. Geschäftsführung und Vertrieb sollen ebenso in Hamburg bleiben wie die Tochtergesellschaften dpa-mediatech und News Aktuell für PR-Dienste.

Die Vorbereitungen sollen schon in dieser Woche beginnen, wie es hieß. Der Umzug wird teuer: Für das Jahr 2009 erwartet die dpa laut früheren Angaben von Geschäftsführer Malte von Trotha einen Verlust «im mittleren einstelligen Millionenbereich». Ursache sind nach seinen Worten die Kosten des Umzugs und weitere Investitionen. Die dpa hatte schon im Jahr 2008 einen Gewinneinbruch verkraften müssen.

Die dpa ist die größte Nachrichtenagentur in Deutschland. Sie wird von Verlagen in einem genossenschaftlichen Modell getragen und beschäftigt für die deutschen Dienste im In- und Ausland gut 822 Mitarbeiter. Der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei 94,1 Millionen Euro

Neues Redaktionskonzept
Die dpa war zuletzt unter Druck geraten, weil der Essener WAZ-Konzern für seine vier in Nordrhein-Westfalen erscheinenden Tageszeitungen rund um die «Westdeutsche Allgemeine» die Verträge mit der dpa auslaufen ließ. Die WAZ argumentierte, dpa habe für die Ansprüche des Konzerns kein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Im Sommer dieses Jahres war Wolfgang Büchner von der Leitung von «Spiegel Online» als stellvertretender Chefredakteur zur dpa gewechselt. Er soll zum Jahresende auf Herlyn folgen, der dann in den Ruhestand geht. Büchner arbeitet derzeit an einem neuen Redaktionskonzept. «Mit dem Umzug nach Berlin schaffen wir beste Voraussetzungen für einen Relaunch der dpa», sagte Büchner. (dpa/AP/epd)