Interview zum Start des Meinungsportals:
Netzeitung und «The European» kooperieren
Netzeitung: Was an Ihrem Portal ist eigentlich typisch europäisch?
Görlach: Der Name ist Haltung. Wir sind streitbar, analytisch, diskursiv und reflexiv. Das sind Begriffe aus der europäischen Diskursgeschichte. Das greifen wir auf und spielen es im Netz weiter.
Netzeitung: Überall hört und liest man von Stellenkürzungen und Schließungen. Woher haben Sie den Mut genommen, ein Redaktionsteam aus 30 Mitgliedern zu bilden?
Netzeitung: In der Selbstbeschreibung von «The European» heißt es, es gehe auch darum, «die Möglichkeiten des Internets voll auszuschöpfen». Welche Möglichkeiten bietet das Internet?
Görlach: Ein Beispiel: Wenn eine Siemens-Geschichte im Print laufen sollte, haben sich Wirtschafts- und Politikressortleiter gestritten, wo das laufen wird. Das ist im Netz vorbei. Hier gibt es verschiedene Eingangstore in die Themen: Bei The European kommen sie über die relevanten Köpfe, über das Argument, über eine starke Bildsprache oder über ein magaziniges Ressort, das einen Quertschnitt bildet, in die Themen.
Netzeitung: Welche Rolle spielt für Sie der Kontakt zu anderen Redaktionen?
Görlach: The European findet nicht im luftleeren Raum statt. Der Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen anderer Redaktionen, das Gespräch mit ihnen über die relevanten Themen, ist uns deshalb sehr wichtig. Mit der Netzeitung bin ich seit meiner Zeit als Online-Chef beim Polit-Magazin Cicero verbunden. Schon damals haben wir regen Austausch gepflegt und eine Kooperation unterhalten. Ich schätze die Netzeitung, weil sie schon vor Jahren schon begonnen hat, Nachrichtenjournalismus losgelöst von Printgeschäftsmodellen ins Netz zu holen.

