netzeitung.deViva kündigt Niels Ruf

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Ex-'Kamikaze'-Moderator Niels Ruf (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ex-'Kamikaze'-Moderator Niels Ruf
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Wegen seiner provozierenden Art wurde er eingestellt, wegen provozierender Äußerungen entlassen: Ab sofort ist Niels Ruf kein Viva-Moderator mehr.

BERLIN. Am Mittwoch hatte der 27-jährige Ruf seinen letzten Arbeitstag beim Kölner Musiksender. Anlass für die Kündigung ist ein Bericht in der «Bild»-Zeitung, die dem für seine geschmacklosen, teils brachialen Äußerungen bekannten Moderator immer wieder gern ein Plätzchen in ihrer Klatschrubrik einräumte.

Am 7. Juni nun berichtete die Klatschreporterin Katja Kessler überraschend von irgendwelchen Ruf-Witzeleien über «eine hautkrebskranke Kollegin, Tod und Lampenschirme aus Menschenhaut» hätten beim Sender für «Sprachlosigkeit»

und «blankes Entsetzen» verursacht und den Senderchef Dieter Gorny erzürnt.

Wenig später hatte Rufs Produktionsfirma Weltruf zwar mitgeteilt, dass die «Bild»-Zeitung «die Unwahrheit» verbreitet habe und Ruf «und gegebenenfalls auch Viva» juristisch gegen die «Verleumdungskampagne» vorgehen wolle. Außerdem wies man darauf hin, dass der von der «Bild» so plötzlich herbeigeschriebene Skandal auf einen zwei Jahre alten Scherz in der Redaktion zurückgehe. Doch genutzt hat es nichts.

Vertrag wird nicht verlängert
Der Sender meldet am Donnerstagmorgen, Niels Rufs Sendung «Kamikaze» werde «aufgrund aktueller Ereignisse» ab sofort nicht mehr ausgestrahlt, den Vertrag mit dem Moderator, der im Oktober ausläuft, wolle man nicht verlängern.

Und so zitiert an diesem Donnerstag auch die «Bild» das offizielles Statement Gornys:

«Ich bedauere diese Entwicklung, aber sie ist unvermeidbar. Ich sehe vor dem Hintergrund der aktuellen Situation keine Alternative, als ihn sofort vom Bildschirm zu entfernen. Was hier passiert ist, hat nichts mit dem zu tun, was ich mir unter Viva vorstelle. Weder auf dem Bildschirm noch hinter den Kulissen.»
Demnächst bei MTV?
Vor wenigen Tagen hieß es allerdings auch, der Konkurrenzsender MTV, der unlängst den Theater-Macher und Skandal-Showmaster Christoph Schlingensief («U3000») an Viva weiterreichte, wäre trotz der Vorfälle in Köln «grundsätzlich nicht abgeneigt», einen Wechsel Rufs nach München in Erwägung zu ziehen.
(nz)