netzeitung.deUlrich Meyers Reichstagsbann kommt vor Gericht

 Herausgeber: netzeitung.de

Beim Herumschnüffeln im Reichstag hatten Reporter des Sat.1-Magazins «Akte» angeblich Kokainspuren entdeckt. Ihr Chef hat dort seitdem Hausverbot - und jetzt einen klärenden Gerichtstermin.

BERLIN. Ein halbes Jahr nach dem angeblichen Kokain-Skandal im Bundestag folgt nun das gerichtliches Nachspiel. Das Berliner Verwaltungsgericht verhandelt am 18. Juni über das gegen «Akte»-Chef Ulrich Meyer verhängte Hausverbot im Reichstag.

Bundestagspräsident Wolfgang Thierse erließ das einjährige Hausverbot im November vergangenen Jahres nach den Sat.1-Berichten über angebliche Kokain-Funde im Reichstag. Meyer und sein Kollege Martin Lettmayer hatten daraufhin beim Gericht Klage eingereicht.

In der Sendung hatten die Journalisten berichtet, in 22 von 28 Reichstagstoiletten seien Spuren von Kokain gefunden worden. Lettmayer hatte dazu mit Tüchern Proben auf den Toiletten genommen und vor Ort gefilmt.

Thierse begründete das Hausverbot damit, dass die Drehgenehmigung für das Sat.1-Team nur für die Pressetribünen und die Westlobby des Bundestags gegolten habe. Grundsätzlich dürfe von den Liegenschaften des Bundestages nur mit unmittelbarem parlamentarischen Bezug berichtet werden. (dpa)