30.06.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Merkel lobt Zeitung gegen das Vergessen
Zum dritten Mal haben Jugendliche aus Deutschland, Polen, Tschechien und Österreich ihre Zeitung «Weiße Flecken» über den Nationalsozialismus zusammengestellt. Angela Merkel war angetan.
Jugendliche aus vier europäischen Ländern haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag ihre Zeitung «Weiße Flecken» vorgestellt. Darin erzählen die 70 Nachwuchsjournalisten bisher unbekannte Geschichten aus der Zeit des Nationalsozialismus.
Neun Monate lang recherchierten sie, welche Verbrechen damals von den Medien verschwiegen wurden und über welche die Lokalpresse in der Nachbarschaft der Jugendlichen verfälscht berichtete. «Wir sollten alle miteinander versuchen, mehr über die eigene Geschichte zu sprechen», sagte Merkel in Berlin.
Ziel der 15 Schülerredaktionen aus Deutschland, Polen, Tschechien und Österreich war es, das damals geschehene Unrecht vor dem Vergessen zu bewahren und an Mut und Widerstand zu erinnern, berichtete die Initiative «step21». Sie organisierte das Geschichts- und Zeitungsprojekt zum dritten Mal.
Auflage von 300.000 ExemplarenBereits 2006 und 2008 trugen junge Menschen zwischen 15 und 20 Jahren Artikel über die NS-Zeit zusammen. Für die dritte Ausgabe trafen die Nachwuchsjournalisten Zeitzeugen, besuchten Archive und Bibliotheken oder starteten Aufrufe in der Lokalpresse.
Mit ihrem Recherchematerial verfassten die Jugendlichen Reportagen, Berichte und Kommentare für «Weiße Flecken». Die 36 Seiten starke Zeitung mit einer Auflage von 300.000 Exemplaren soll jetzt in Schulen, Bildungszentren und Gedenkstätten verteilt werden. (dpa)