80. Geburtstag des Ex-Moderators: 

netzeitung.deNowottny sieht kaum Chancen für Journalisten

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Friedrich Nowottny ist jetzt 80 (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Friedrich Nowottny ist jetzt 80
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Wer «gute Nerven» habe, könne es zwar versuchen, doch er werde niemandem mehr dazu raten, Journalist zu werden: Ex-Moderator Nowottny beklagt wirtschaftliche Interessen, die allzu oft den «schönsten Beruf der Welt» beeinflussen.

Den Journalismus als «in die Mühlsteine der wirtschaftlichen Interessen geraten» sieht Senior-Journalist Friedrich Nowottny. Wenn er auf sein Leben zurückschaue, wisse er zwar, dass dieses Problem schon immer bestanden habe, sagte der 80-Jährige in einer Feierstunde zu seinem runden Geburtstag beim WDR in Köln. Doch in den vergangenen Jahren hätten sich die Bedingungen noch einmal stark verschlechtert.

Selbst seinem Enkel, der kurz überlegt habe, diesen Beruf zu ergreifen, habe er davon abgeraten. «Da werden ganze Lokalredaktionen geschlossen oder in eigenständige GmbHs umgewandelt. Das ist alles sehr schwierig geworden», so der frühere «Bericht aus Berlin»-Moderator. Für ihn selbst sei es allerdings «der schönste Beruf der Welt» gewesen. Wen die Hoffnung auf ebensolches ansporne, es doch zu versuchen: Dazu benötige man eine «solide Grundausbildung und gute Nerven».

WDR-Intendantin Monika Piel sagte, Nowottny sei auch heutigen Journalisten noch in Erinnerung wegen seines «berühmt-berüchtigten Nachhakens». Der frühere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) bezeichnete Nowottny als «Erklärer der Republik». Mit dem «Bericht aus Bonn» habe sich Nowottny ein Denkmal gesetzt. «Er konnte am Freitagabend die Nation um sich versammeln. Für manche war das eine Art politisches Hochamt. Von ihm interviewt zu werden, war eine Art Ritterschlag.»

Am Ende seiner Rede sagte Genscher zu Nowottny gewandt: «Verzeih, dass ich mich geäußert habe, ohne dass du mich vorher gefragt hast.» Nowottny erinnerte daran, dass es Genscher immer glänzend verstanden habe, in einem Interview genau die Botschaft überzubringen, die ihm wichtig gewesen sei. Egal, welche Frage man ihm gestellt habe, erst mal sei gekommen: «Lassen Sie mich zunächst einmal Folgendes sagen...» (nz/dpa)