23.04.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Alles Springer oder was?
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Dieses Jahr wird wegen der Einbrüche bei den Anzeigen für alle Verlage schwierig. Weil «Bild» und «Welt» im Vorjahr allerdings geglänzt haben, ermöglicht der Medienkonzern seinen Angestellten eine Börsenbeteiligung.
Nach dem Rekordjahr 2008 rechnet der Medienkonzern Axel Springer für dieses Jahr mit einem «extrem schwierigen Anzeigengeschäft» und weiteren Auswirkungen der Wirtschaftskrise.« Eine genauere Prognose wäre jedoch unseriös, denn die Situation ist ohne historisches Vorbild und von starken Schwankungen geprägt», sagte Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner am Donnerstag auf der Hauptversammlung des Unternehmens in Berlin. «Natürlich werden wir in diesem Umfeld Rekordergebnisse nicht erreichen können». Mit Aktien will der Konzern nun Mitarbeiter am Unternehmen beteiligen.
An dem Aktienprogramm könnten rund 8000 der 10.666 Mitarbeiter teilnehmen. So sollen Mitarbeiter entweder vier Gratisaktien bekommen oder Bonuszahlungen teilweise oder ganz in Aktien umwandeln können.
Wie bereits angekündigt, will Europas größtes Zeitungshaus («Bild», «Die Welt») das Internet-Geschäft weiter forcieren und in spätestens zehn Jahren die Hälfte von Umsatz und Gewinn in der digitalen Welt erwirtschaften. Neben einer strikten Kostendisziplin nannte Döpfner die vergleichsweise geringe Abhängigkeit der eigenen Titel vom Werbemarkt als Erfolgsfaktor.
Amerikanische, englische und auch andere deutsche Zeitungsunternehmen beziehen laut Döpfner zwischen 54 und 80 Prozent ihrer Gesamterlöse aus Werbung, bei Axel Springer seien es nur 46 Prozent. Bereits heute habe das Medienhaus den Rückgang der Rubrikenanzeigen in den Print-Titeln, etwa bei Immobilien, mit einem Zuwachs in den eigenen Internet-Portalen teilweise mehr als ausgleichen können.
Rekordgewinn für «Bild»Trotz der Medienkrise könne sich Axel Springer auf starke Marken im Print-Bereich stützen. So habe die «Bild»-Zeitung bei sinkender Auflage die Reichweite kontinuierlich steigern können. Das Blatt erreiche mit täglich 12 Millionen Lesern mehr Menschen als die quotenstärksten TV-Sendungen. Die «Bild»-Gruppe habe zum sechsten Mal in Folge 2008 einen Rekordgewinn erzielt. Die «Welt»-Gruppe sei 2008 erstmals profitabel gewesen. «Welt online» stehe im Internet bei den Seitenaufrufen an dritter Stelle hinter Bild.de und Spiegel Online.
Für 2008 hatte Europas größtes Zeitungshaus («Bild», «Die Welt») einen Rekordüberschuss von 571,1 Millionen Euro bekanntgegeben. Der Umsatz legte um 5,8 Prozent auf 2,73 Milliarden Euro zu. Die Aktionäre sollen 4,40 Euro je Aktie und damit eine Rekorddividende erhalten. (dpa)