«Enttäuschter» Moderator fand ARD «wunderbar»:
Pocher tritt nach, aber nur ein bisschen
04.04.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Oliver Pocher, hier mit Harald Schmidt
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Oliver Pocher rechnet ab: Mit Harald Schmidt hätte er gerne weitergearbeitet, nur dessen Umfeld sei so «unfair» gewesen. Auch ARD-Programmdirektor Volker Herres bekommt sein Fett weg. Nun will der Jungstar bei Sat.1 zu «politischen Themen was machen».
Es hätte alles so schön sein können: «Mit Harald hätte ich mir ein drittes Jahr gut vorstellen können», so Oliver Pocher zum Magazin «Der Spiegel». «Es gab allerdings am Ende auch Dinge, die mir den Abschied erleichtert haben», sagte er in Anspielung auf Harald Schmidts Produzent Fred Kogel. Dieser habe sich nicht deutlich genug hinter ihn gestellt. Auch seien alle Autoren «komplett auf Harald geeicht» gewesen und hätten «ihm manchmal richtige Verehrung zuteil werden lassen», sagte Pocher im Rückblick. Seine eigenen Filme dagegen «hat man sich schon mit besonderer Sorgfalt angesehen, bevor sie in die Sendung kamen», kritisierte er.
Bei seinem neuen Sender Sat.1 könne er sich jetzt für seine Late Night Show seine «eigenen Leute suchen». Die letzte Folge von «Schmidt & Pocher» lief am Donnerstag in der ARD. Bei den Verhandlungen mit der ARD, die letztlich ohne Ergebnis blieben, sei allein die Suche nach einem Sendeplatz «ein Riesenaufwand» gewesen, da, so Pocher, dabei «84 Gremien» mitreden würden. Bei Sat.1, wo Pocher künftig eine wöchentliche Late Night Show präsentieren wird, sei das natürlich anders. Dort werde er «auch zu den großen politischen Themen was machen». Auch bei diesen Themen gebe es «viel Lustiges», so Pocher, der zuletzt für eine Stauffenberg-Parodie kritisiert wurde.
Wieder beim «Echo»?Ansonsten würde Pocher irgendwie trotzdem gerne für die ARD arbeiten. Dem «Spiegel» gegenüber bestritt der 31-Jährige einen «Trennungszoff» mit dem Senderverbund. «Ganz im Gegenteil. Es ist alles wunderbar», sagte Pocher. «Ich wäre noch nicht mal abgeneigt, auch die Verleihung des Musikpreises Echo wieder zu moderieren, wenn man mich fragen würde und Sat.1 einverstanden wäre.» Pochers Performance bei der Gala in Berlin wurde allerdings von TV-Experten als desaströs eingestuft.
Ansonsten fühlt sich der wie immer sehr selbstbewusste Moderator auch von ARD-Programmdirektor Volker Herres unfair behandelt. Er sei darüber enttäuscht, dass die ARD sich nicht an das gegebene Wort gehalten und vor ihm die Pressemitteilung über den Vertrag mit Sat.1 herausgegeben habe. «Das war anders vereinbart und unnötig», sagte der 31-Jährige. Zur Äußerung von Herres, dass es auch ohne ihn gehe, meinte Pocher: «Das ist richtig, und ich bin mir sicher, es wird auch ohne mich gehen. Das muss man ja nicht extra betonen.» (nz/dpa/AP)