Neue Stiftung eines US-News-Portals : 

netzeitung.deHuffington verschenkt Qualitätsjournalismus

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Neue Stiftung eines US-News-Portals  

Lupe Huffington verschenkt Qualitätsjournalismus

Arianna Huffington, Gründerin der erfolgreichen Netz-Gazette «Huffington Post» legt mit verschiedenen Partnern einen Fonds für investigatives Berichterstatten auf – und will der Medienwelt so gute Texte sponsern.

Die US-amerikanische Online-Zeitung «Huffington Post» investiert in den investigativen Journalismus und unterstützt damit eine der wichtigsten Leistungen der klassischen Printmedien. Das News-Portal legte dafür zusammen mit der Organisation Atlantic Philanthropies und anderen Spendern einen Fonds mit einem Startvolumen 1,32 Millionen Euro auf.

Damit könnten zehn Journalisten finanziert werden, die Beitrage gemeinsam mit freien Mitarbeitern für die «Huffington Post» erstellen sollten, sagte Chefredakteurin Arianna Huffington. Die so entstehenden Artikel können nach ihren Angaben von jeder Publikation oder jeder Website übernommen werden. Am Anfang sollen vor allem Beiträge über die Wirtschaftskrise recherchiert und geschrieben werden.

Für Demokratie, nicht für Demokraten
Huffington sagte, die Initiatoren des Huffington Post Investigative Fund seien besorgt, dass die Krise bei den Tageszeitungen und die dadurch bedingte Entlassungswelle den investigativen Journalismus schwäche. Dieser sei gerade in einer Zeit wichtig, in der die staatlichen Institutionen genau beobachtet werden müssten.

Ein ähnliches Projekt in den USA ist ProPublica, ein Zehn-Millionen-Dollar-Projekt der Sandler Foundation, die von Paul Steiger geleitet wird, einem ehemaligen Chefredakteur des «Wall Street Journals».

«Wachhunde, keine Schoßhündchen»
Die sieben Redakteure und Reporter der «Huffington Post» schreiben bisher Nachrichten und sammeln Meinungsbeiträge von Blogs. Die «Huffington Post» gilt als tendenziell liberal, was in den USA fast schon so viel wie links bedeutet. Die Initiatoren erklärten, die mit dem Fonds geförderten Beiträge sollten keinerlei parteipolitische Richtung verfolgen. «Uns liegt die Demokratie am Herzen, nicht die Demokraten», sagte der Geschäftführer des Fonds, Nick Penniman.

Huffington selbst kritisierte in einem Interview mit der «Süddeutschen Zeitung», dass viele Journalisten es sich zu bequem gemacht hätten: «Wir brauchen aber Redaktionen, die voll sind von aufmerksamen Wachhunden und nicht mit fetten und zufriedenen Schoßhündchen.» (nz/AP)