Gesellschafter stimmen Verkauf an DuMont zu:
Mecom gibt Berliner Verlag und Netzeitung frei
23.03.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Am Dienstag stellen sich die künftigen Eigentümer erstmals allen in den beteiligten Berliner Unternehmen Beschäftigten im Verlagsgebäude am Alexanderplatz vor. Einer wird jedoch nicht dabei sein: Noch-Geschäftsführer und «Berliner Zeitung»-Chefredakteur Josef Depenbrock. Er teilte am Montag in einer Redaktionskonferenz mit, er habe alle Ämter niedergelegt und werde sich zum April zurückziehen. Die restlichen Tage bis dahin verbringe er mit der Übergabe aller Geschäfte an M. DuMont Schauberg.
M. DuMont Schauberg teilte der Nachrichtenagentur epd mit, zur Zukunft der «Berliner Zeitung» werde es am Dienstag eine Erklärung geben. Spekulationen über eine mögliche Fusion zwischen dem Hauptstadtblatt und der «Frankfurter Rundschau» (FR), die mehrheitlich DuMont gehört, hatte der Verleger Alfred Neven DuMont in der vergangenen Woche zurückgewiesen. Das Profil der einzelnen Blätter dürfe nicht leiden. «Jede Zeitung wird ihren Chefredakteur behalten», sagte DuMont in einem FR-Interview. Zuvor war immer wieder vermutet worden, FR-Chefredakteur Uwe Vorkötter könnte zumindest übergangsweise beide Zeitungen leiten.
Die britische Investmentgesellschaft kann damit ihren Schuldenstand, der aktuell bei 600 Millionen Pfund liegt, um etwa ein Drittel reduzieren. Die Gespräche mit Banken über eine neue Finanzierungsvereinbarung verliefen «zufriedenstellend», teilte Mecom mit. Mit einem Abschluss sei in Kürze zu rechnen. Mecom hatte die «Berliner Zeitung» im Herbst 2005 vom Holtzbrinck-Konzern übernommen, der wegen kartellrechtlicher Bedenken keine zweite Hauptstadtzeitung neben seinem «Tagesspiegel» halten durfte. (epd/nz)

