Gesellschafter stimmen Verkauf an DuMont zu: 

netzeitung.deMecom gibt Berliner Verlag und Netzeitung frei

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Drei Jahre nach diesem Protest ist Montgomery tatsächlich Geschichte (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Drei Jahre nach diesem Protest ist Montgomery tatsächlich Geschichte
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Das Kölner Medienhaus M. DuMont Schauberg stellt sich am Dienstag als künftiger Eigentümer den Unternehmen vor, die bisher zur Gruppe von Investor Montgomery gehörten. Eine Schlüsselfigur aus Berlin wird nicht mehr dabei sein.

Fast auf den Tag genau ein Vierteljahr nach den ersten Gerüchten ist es soweit: Die letzte Hürde für den Verkauf der BV Deutsche Zeitungsholding (Berliner Verlag, Netzeitung, «Hamburger Morgenpost») an die Kölner Verlagsgruppe M. DuMont Schauberg ist genommen. Die Aktionäre der hoch verschuldeten britischen Investmentgesellschaft Mecom stimmten am Montag dem Verkauf der Deutschland-Sparte des Unternehmens zu.

Wie Mecom in London mitteilte, wird der Verkauf Ende des Monats abgeschlossen. Rund 152 Millionen Euro kostet M. DuMont Schauberg der Neuerwerb. Das Bundeskartellamt in Bonn hatte die Übernahme bereits im Februar ohne Auflagen genehmigt.

Am Dienstag stellen sich die künftigen Eigentümer erstmals allen in den beteiligten Berliner Unternehmen Beschäftigten im Verlagsgebäude am Alexanderplatz vor. Einer wird jedoch nicht dabei sein: Noch-Geschäftsführer und «Berliner Zeitung»-Chefredakteur Josef Depenbrock. Er teilte am Montag in einer Redaktionskonferenz mit, er habe alle Ämter niedergelegt und werde sich zum April zurückziehen. Die restlichen Tage bis dahin verbringe er mit der Übergabe aller Geschäfte an M. DuMont Schauberg.

Depenbrocks E-Mail
Depenbrock, der von Mecom-Chef David Montgomery eingesetzt worden war, stand unter anderem wegen Stellenabbauplänen und fehlender Investitionen in der Kritik. In einer internen E-Mail mit der Betreffzeile «Good bye» schrieb er am Montag, die Belegschaft solle den neuen Eigentümer DuMont bei der Entwicklung der «herausragend positionierten Titel» unterstützen.

M. DuMont Schauberg teilte der Nachrichtenagentur epd mit, zur Zukunft der «Berliner Zeitung» werde es am Dienstag eine Erklärung geben. Spekulationen über eine mögliche Fusion zwischen dem Hauptstadtblatt und der «Frankfurter Rundschau» (FR), die mehrheitlich DuMont gehört, hatte der Verleger Alfred Neven DuMont in der vergangenen Woche zurückgewiesen. Das Profil der einzelnen Blätter dürfe nicht leiden. «Jede Zeitung wird ihren Chefredakteur behalten», sagte DuMont in einem FR-Interview. Zuvor war immer wieder vermutet worden, FR-Chefredakteur Uwe Vorkötter könnte zumindest übergangsweise beide Zeitungen leiten.

Auch norwegische Zeitungen verkauft
Die Mecom-Aktionäre stimmten neben dem Verkauf der BV Deutsche Zeitungsholding außerdem dem Verkauf zweier norwegischer Zeitungen zu. Für die Titel «Sunnmørsposten» und «Romdals Budstikke» zahlt der norwegische Verlag Polaris Media etwa 60 Millionen Euro.

Die britische Investmentgesellschaft kann damit ihren Schuldenstand, der aktuell bei 600 Millionen Pfund liegt, um etwa ein Drittel reduzieren. Die Gespräche mit Banken über eine neue Finanzierungsvereinbarung verliefen «zufriedenstellend», teilte Mecom mit. Mit einem Abschluss sei in Kürze zu rechnen. Mecom hatte die «Berliner Zeitung» im Herbst 2005 vom Holtzbrinck-Konzern übernommen, der wegen kartellrechtlicher Bedenken keine zweite Hauptstadtzeitung neben seinem «Tagesspiegel» halten durfte. (epd/nz)