«Tatort»-Folge verärgert Geheimdienst: 

netzeitung.deFurtwängler erhält Post vom Verfassungsschutz

 Herausgeber: netzeitung.de

Maria Furtwängler als Tatort-Kommissarin (Foto: PR<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Maria Furtwängler als Tatort-Kommissarin
Foto: PR
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Verstimmung beim deutschen Verfassungsschutz: Die jüngste Tatort-Folge «Das Gespenst» mit Maria Furtwängler als Kommissarin missfiel der Behörde in Hannover außerordentlich.

Die Schauspielerin Maria Furtwängler hat als Darstellerin der «Tatort»-Kommissarin Charlotte Lindholm kritische Post vom niedersächsischen Verfassungsschutz erhalten. In dem Brief bemängelte Behördenpräsident Günter Heiß die Folge «Das Gespenst», in dem ein Verfassungsschützer als Bösewicht und Drahtzieher von Morden fungiert.

Die Darstellung des Verfassungsschutzes in dem am vergangenen Sonntag ausgestrahlten «Tatort» sei «eher gespenstisch und für unsere Bestrebungen nicht hilfreich» gewesen, heißt in dem Brief des Verfassungsschutzpräsidenten. Bei der Arbeit des Verfassungsschutzes gehe es nicht darum, dass der Zweck die Mittel heilige. Der Verfassungsschutz habe «unter der strengen Kontrolle des Rechtsstaates Gefahren zu erkennen und in enger Zusammenarbeit mit der Polizei abzuwehren».
Einladung nach Hannover
Heiß lud die «Tatort»-Kommissarin zudem nach Hannover ein. Bei einem Besuch der Behörde könnten Furtwängler und der Drehbuchautor Stefan Dähnert Einblick in die tatsächlichen Aufgaben und Tätigkeiten des Geheimdienstes erhalten.

Der NDR wies am Mittwoch die Kritik zurück. Eine Sprecherin des Senders betonte, es gehe um einen Krimi und damit «um Fiktion und kein Abbild der Arbeit des Verfassungsschutzes». Außerdem habe sich der NDR professionell beraten lassen und das Drehbuch vorab an das niedersächsische Landeskriminalamt geschickt. «Eine Reaktion haben wir von dort allerdings nicht erhalten», sagte sie weiter. Zudem sei man sicher, dass die Zuschauer zwischen Fiktion und Realität unterscheiden könnten. (AP/nz)