Konzentration von Personal und Inhalten: 

netzeitung.deWAZ-Gruppe opfert 300 Stellen dem Sparkurs

 Herausgeber: netzeitung.de

Hier wird gespart (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Hier wird gespart
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

«Noch mehr auf Qualität in der Berichterstattung» soll laut Geschäftsführer Hombach künftig im WAZ-Konzern geachtet werden. Dies soll mit deutlich weniger Mitarbeitern und dem Wegfall von Redaktionen klappen.

Gut 30 Millionen Euro will die WAZ-Mediengruppe schon im laufenden Jahr einsparen. Wie das zu schaffen ist, hat der Konzern nun mitgeteilt: Rund 300 Redakteurstellen in Mantel- und Lokalredaktionen fallen weg, mit bisher fest angestellten Fotografen wird verhandelt, damit sie in anderer Form für die Redaktionen arbeiten, und nur Online fällt aus dem Rahmen: Das Portal DerWesten.de soll 20 neue Mitarbeiter erhalten.

Geschäftsführer Bodo Hombach betonte, er hoffe, den Personalabbau «so sozialverträglich wie möglich» umsetzen und auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten zu können.

«Wir stellen jetzt die Weichen dafür, dass wir gestärkt aus der Krise hervorgehen», sagte Hombach. In der Umstrukturierung und Schließung einiger Lokalredaktionen sieht der Geschäftsführer keinen Qualitätsverlust. Das Haus werde sich nur von Redaktionen trennen, «wo Verluste in Millionenhöhe entstanden sind». Durch die Einführung von acht regionalen Produktionsdesks entfielen in den Lokalredaktionen künftig alle Layout- und Produktionsaufgaben, womit den Redakteuren mehr Zeit für Recherche, Textarbeit und Kommentierung bliebe, hieß es.

«Online first»
Auch die gemeinsame große Mantelredaktion setzt laut Hombach künftig «noch mehr auf Qualität in der Berichterstattung». So sei ein siebenköpfiges Reporter-Team, das ausschließlich Recherche-Aufgaben übernehme, Teil des Content-Desks. Außerdem verstärkten 20 Redakteure, die DerWesten.de zu geordnet seien, den Content- und die Regio-Desks. In allen Redaktionen gelte nun das Prinzip «Online first».

Lediglich die in Hagen erscheinende «Westfalenpost» (WP) werde sich nicht an dem «Content-Desk» beteiligen, sondern ihr Konzept einer Heimatzeitung umsetzen. Dies beinhalte die Schließung der WP-Lokalredaktionen in Siegen, Ennepe-Süd, Werl und Soest.

Gewerkschaften empört
Die Deutsche Journalisten-Union (dju) und der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisierten die Sparpläne des Medienkonzerns. Die Geschäftsführung habe die Öffentlichkeit, die Belegschaft und die Gewerkschaften mit ihrer Informationspolitik hinters Licht geführt. Bisher sei immer von 260 Stellen die Rede gewesen, die abgebaut werden sollten. Nun spreche die Mediengruppe von rund 300 Redakteursstellen und 30 Verwaltungsjobs, die eingespart werden sollten.

«Inzwischen kann man nicht mehr sicher sein, ob mit den nun verkündeten 330 Stellen wirklich das Ende der Fahnenstange erreicht ist», kritisierte der dju-Vorsitzende in Nordrhein-Westfalen, Frank Biermann. (epd/nz)