Machtzuwachs in Norddeutschland:
Springer gibt Regionalblätter an Madsack ab
04.02.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Was Springer mit dem frischen Geld vorhat, ist unklar. Klar ist jedoch: Die Verlagsgruppe Madsack profitiert von Verkaufsplänen des Konzerns.
Die Zeitungsgruppe Madsack aus Hannover übernimmt laut Medienberichten die meisten Regionalzeitungsbeteiligungen der Axel Springer AG. Nach Informationen der Berliner «tageszeitung» beträgt der Kaufpreis mehr als 400 Millionen Euro. Beide Verlagshäuser wollten sich dazu am Mittwoch nicht äußern.
Die Madsack-Gruppe gibt unter anderem die «Hannoversche Allgemeine Zeitung» (HAZ) heraus. Zu den von Springer verkauften Beteiligungen zählen nach Informationen der «taz» und des Branchenmagazins «Werben & Verkaufen» unter anderem die «Lübecker Nachrichten», die «Kieler Nachrichten», die «Ostsee-Zeitung» sowie die «Leipziger Volkszeitung». Laut «Werben & Verkaufen» ist als Kaufpreis für alle Beteiligungen jedoch nur ein Betrag von 300 Millionen Euro im Gespräch.
Der Zeitungsexperte Horst Röper sagte der «taz»: «Das ist ein Knaller für die Branche.» Nun gebe es eine neue «Riesenmacht im Norden».
Was Springer mit dem Geld aus den Verkäufen plant, ist unklar. Die «taz» nennt als einen Verlierer des Deals Claus Strunz, den 2008 zum «Hamburger Abendblatt» gewechselsten Ex-«Bild am Sonntag»-Chef: «Sein Sturz war damals mit der Mitteilung aufgehübscht worden, Strunz solle von Hamburg aus neue Formen der Zusammenarbeit mit den Springer-Titeln im Norden aufbauen. Aber das hatte schon damals niemand geglaubt.» (dpa/nz)